POIs — die unterschätzte Infrastruktur jeder guten Route. Und warum Hersteller und Plattformen sie vernachlässigen.

Es gibt ein GPS-Feature, das seit mehr als dreißig Jahren existiert, auf jedem Gerät läuft — und das trotzdem fast niemand aktiv nutzt. Nicht weil es schwierig wäre. Sondern weil Hersteller es vernachlässigt haben und Plattformen lieber auf geschlossene Systeme setzen. Es heißt POI — Point of Interest. Und es ist das Nützlichste, was du auf einer langen Schotterstrecke auf dem Display haben kannst.

POIs sind wichtig — und werden trotzdem vernachlässigt. Das ist kein Zufall.

Vergessene Basistechnik

Wer heute GPS-Navigation sagt, denkt an berechnete Routen: Ziel eintippen, Pfeil folgen. Das war nicht immer so. Die ersten zivilen GPS-Geräte konnten das schlicht noch nicht. Navigation bedeutete: du speicherst Punkte, navigierst von Punkt zu Punkt selbst. Breadcrumb-Navigation. Der POI — der selbst gesetzte Punkt — war die zentrale Einheit dieser frühen GPS-Welt.

Dann kam das berechnete Routing, und mit ihm eine stillschweigende Annahme: die Route weiß es besser als du. Der POI wurde zur Nebenfunktion. Viele Plattformen haben ihn in geschlossene Systeme gesperrt oder stillschweigend weggelassen.

Dass das so geblieben ist, ist kein Versehen. Features, die sich gut vermarkten lassen — Segmente, Live-Tracking, Leistungsanalysen, Heatmaps — wurden konsequent weiterentwickelt. POIs nicht. Dabei wären sie für viele Fahrten wichtiger. Der Grund ist banal: Wer lange Strecken in der Einsamkeit plant, ist schwerer zu monetarisieren als der urbane Sportler mit Premium-Abo. Die Navigation leidet darunter. Nicht lärmend — still.

Die Technikgeschichte kennt dieses Muster. GPS ist kein ziviles Projekt — es ist ein Militärsystem der US-Streitkräfte, das für zivile Nutzer erst 2000 mit voller Genauigkeit verfügbar wurde. Die zivile Navigation kam als Nachnutzung, nicht als Entwurf. Was dabei entstand, folgte den Interessen derer, die es vermarkteten: Autonavigation, Abonnements, geschlossene Plattformen. Das Fahrrad kam später — und passte nie wirklich ins Schema. Offene Standards wie GPX existieren. Waypoints sind seit zwei Jahrzehnten dokumentiert. Aber wer auf Ride with GPS angewiesen ist, um POIs auf seinen Karoo zu bekommen, ist nicht mehr Nutzer eines offenen Standards — er ist Kunde eines geschlossenen Ökosystems.

Auf asphaltierten Straßen fällt das kaum auf. Auf echten Schotterwegen ist ein fehlender POI ein konkretes Risiko.

Wegpunkte gab es schon vor GPS

Der POI ist keine Erfindung der digitalen Navigation. Lange bevor Geräte Koordinaten anzeigen konnten, bestand Navigation aus bekannten Punkten: Brunnen, Pässe, Kirchen, Brücken, Schutzhütten. Wer diese Orte kannte, konnte Strecken planen. Wer sie nicht kannte, fuhr auf Sicht.

In der klassischen Seefahrt und Luftfahrt hießen diese Punkte Waypoints — keine Technik, sondern Wissen: Orte, die jemand vor dir gefunden und weitergegeben hatte. GPS hat dieses Prinzip nicht ersetzt. Es hat es nur präziser gemacht.

Ein moderner POI ist nichts anderes als ein alter Wegpunkt — nur mit Koordinaten statt Landmarken.

Warum GPX entstand

Als GPS-Geräte Anfang der 2000er Jahre verbreitet wurden, entstand ein neues Problem: jedes Gerät speicherte Routen in eigenen Formaten. 2002 entstand GPX — das GPS Exchange Format. Ein bewusst offener Standard, um Tracks, Routen und Waypoints zwischen Geräten austauschbar zu machen.

GPX speichert drei Dinge: Track (wo jemand gefahren ist), Route (wo jemand fahren will), Waypoint (was jemand wichtig fand). Nur der letzte Teil enthält Erfahrung.

Tracks entstehen automatisch. POIs entstehen bewusst. Deshalb sind sie selten — und wertvoll.

Märkische Heidelandschaft — irgendwo an der Grenze zu Polen

Schotterstraße, 38 Grad, hinter dem letzten Ort seit Stunden nichts. Keine Tankstelle, kein Laden, kein Schild. Auf der Karte: eine Route, ein Track, eine Linie. Wo Wasser ist, steht da nicht.

Zwei Kilometer weiter liegt ein Friedhof. Jeder Friedhof in Brandenburg hat einen Wasserhahn — Leitungswasser für die Grabpflege, unbedenklich, öffentlich zugänglich. Wer es weiß, hält an. Wer es nicht weiß, fährt dran vorbei. Einschränkung: Von November bis April sind viele dieser Hähne wegen Frostgefahr abgestellt. Im Sommer zuverlässig, in der Übergangszeit prüfen.

Im Winter, dieselbe Strecke: kein Wasser-Problem, aber Shelter. Temperatursturz, Dunkel früh, 40 Kilometer bis zur nächsten bewirtschafteten Hütte — oder 8, wenn man es vorher nachgeschaut hat.

Das ist der Unterschied zwischen einer Route und einer geplanten Route. Nicht die Linie. Was daneben steht.

Der Friedhofshahn, Hollys Küchenparadies an der B246, die Hütte mit Koordinaten — das sind keine Extras. Sie sind Infrastruktur.

Wer lange genug fährt, beginnt POIs anders zu sehen: nicht als Information, sondern als Vorbereitung.

Die Route sagt dir, wohin du fährst.
Der POI sagt dir, was du unterwegs brauchst.

Weiterlesen

Wie man Wasser in Brandenburg findet — Brunnen, Friedhofshähne, OpenStreetMap-Abfragen: Nimm dir was zu trinken mit, wir fahren nach Brandenburg (CXBerlin, 2020).

GPX-Dateien direkt auf Garmin, Wahoo und Hammerhead übertragen — ohne Datenverlust: Nie mehr Falschabbieger sein (CXBerlin, 2020).

Was ein POI ist — und was nicht

POI steht für Point of Interest — ein spezifischer geografischer Standort, der auf der Karte hervorgehoben wird, weil er relevant ist. Im Unterschied zum Routenpunkt, der den Weg definiert, ist der POI eine Information neben der Route: dort, wo etwas Wichtiges ist.

Ein POI auf Gravel bewertet keinen Ort. Er sichert eine Entscheidung — die Entscheidung, dass dieser Ort für jemanden, der nach dir kommt, wichtig sein könnte.

Was ein POI auf Gravel nicht ist: das Restaurant mit vier Sternen, das Hotel in der Kreisstadt. Das ist Stadtnavigation. Für Schotter braucht es andere Kategorien.

POIs in der Praxis

Reise · Bikepacking

24h-Tankstelle, Supermarkt, Campingplatz, Brunnen, Bahnhof als Notausstieg. Der klassischste POI-Use-Case — und der, bei dem ein fehlender Punkt am teuersten ist.

Langstrecke · Brevet · Grevet

Kontrollpunkt, Nachtversorgung, Bäcker mit Öffnungszeit, Wasserstelle, Shelter. Hier wird Logistik kritisch — POIs sind nicht Komfort, sondern Voraussetzung.

Gruppe · Treffpunkt

Sammelpunkt, Treffpunkt nach Defekt, alternativer Startpunkt, Wartepunkt für Nachzügler. POIs machen Gruppenfahrten koordinierbarer — ohne Telefon, ohne Raten.

Checkpoint · Orientierung · Motivation

Aussichtspunkt, Pass, Geocache, Foto-Spot, Etappenziel. POIs geben einer langen Strecke Struktur — nicht nur Versorgung, sondern auch Rhythmus.

Die POI-Grundregel

Gute POIs beantworten immer eine konkrete Frage: Kann ich hier Wasser bekommen? Kann ich hier aussteigen? Kann ich hier Hilfe bekommen? Wenn die Antwort unklar ist, ist der POI nicht fertig.

Die meisten POIs sind nutzlos. Nicht weil sie falsch gesetzt sind — sondern weil sie ohne Kontext gesetzt werden. Ein Café ohne Öffnungszeiten hilft auf einer 200-km-Route am Sonntag wenig. Ein Brunnen ohne Prüf-Datum ist eine Wette. Wer markiert, trägt Verantwortung.

Schritt 1: POIs im CXB Gravel Routenplaner setzen

Der Vorteil des CXB-Planers liegt nicht nur in der Linie, sondern darin, dass POIs dort von Anfang an Teil der Planung sind — nicht ein nachträglicher Export-Schritt. Der CXB Gravel Routenplaner basiert auf BRouter und OpenStreetMap — offen, kostenlos, ohne Registrierung. Die CXB Gravel-Ebene visualisiert Schotterqualität direkt auf der Karte, das Gravel-Profil priorisiert Schotterwege statt Asphalt.

Einrichten und planen

  • 1 CXB Gravel-Ebene aktivieren: Rechts oben das Ebenen-Symbol öffnen, Haken bei „CXB Gravel“ setzen. Vollständige Legende auf cxberlin.net.
  • 2 Profil „gravel“ auswählen: Links oben im Dropdown. Nur dieses Profil priorisiert Schotterwege und verbindet sie sinnvoll.
  • 3 Route planen: Stiftsymbol links aktivieren. Klick setzt Routenpunkte, Drag verschiebt Abschnitte.

POI setzen — Taste P oder Finger-Symbol

  • 1 POI-Modus aktivieren: Taste P oder das Finger-Symbol im linken Menü.
  • 2 Position setzen und beschriften: Klick auf die Karte. Name so konkret wie möglich: nicht „Brunnen“, sondern „Brunnen Dorfplatz Lossow — Trinkwasser ok, geprüft Juni 2025″.
  • 3 Exportieren: Unter „Export“ als .gpx herunterladen. Track und alle POIs als <wpt>-Einträge enthalten. Alternativ als QR-Code teilen — Anleitung auf cxberlin.net.

Tipp

„Kein Wasser für die nächsten 38 km“ oder „Weg nach Regen mindestens zwei Tage unfahrbar“ rettet Fahrten genauso sicher wie ein gut platzierter Brunnen. Negative POIs sind genauso wertvoll wie positive.

Wo Komoot an Grenzen stößt

Komoot ist das meistgenutzte Tool in der Gravel-Community. Eine durchdachte App, starke Reichweite. Was beim Thema POI fehlt, ist weniger glamourös: keine exportierbaren Waypoints, kein Transfer eigener Punkte auf das Gerät, kein offenes System.

Was Komoot nicht kann

Eigene POIs lassen sich nicht als exportierbare Waypoints anlegen. Wegpunkte dienen nur der Routenführung — anonym nummeriert, kein Name, keine Beschreibung.

Beim Transfer auf GPS-Geräte wird ausschließlich der statische Track übertragen. Highlights und Wegpunkte bleiben in Komoots geschlossenem System.

Die Alternative: Der CXB Gravel Routenplaner setzt POIs nativ — offen, exportierbar, geräteunabhängig. Für den Karoo empfiehlt sich zusätzlich Ride with GPS als Brücke.

Schritt 2: POIs auf den Radcomputer bringen

Das GPX aus dem CXB Routenplaner enthält alle POIs als <wpt>-Einträge — offen, standardisiert, seit 2002 dokumentiert. Wie Geräte damit umgehen, entscheidet jeder Hersteller selbst. Und die meisten haben entschieden, es nicht zu priorisieren. Kein aktuelles Gerät bietet einen komfortablen In-Ride-POI-Workflow. Das ist keine technische Grenze. Das ist eine Frage der Prioritäten.

Tipp: GPX-Dateien direkt übertragen

Wie man GPX-Dateien ohne Umwege auf Garmin, Wahoo und Hammerhead bringt: Nie mehr Falschabbieger sein (CXBerlin, 2020).

Hammerhead
Karoo 2 / Karoo 3

Beste Kartendarstellung in dieser Klasse — aber direkt importierte GPX-Waypoints werden nicht zuverlässig als Navigations-POIs übernommen. Der Umweg über Ride with GPS funktioniert zuverlässig.

Vorplanung: CXB-GPX via Ride with GPS

  • 1 Account anlegen: ridewithgps.com — kostenlos, POI-Erstellung erfordert Premium.
  • 2 GPX importieren: Im Route Planner „Import“ klicken, GPX-Datei hochladen.
  • 3 POIs prüfen: Im Bearbeitungsmenü „Custom POI“ klicken. 40 Typen, Name und Beschreibung eintragen.
  • 4 Route syncen: „Send to Hammerhead“ oder Pin-Symbol. Karoo per WLAN syncen. Hammerhead Dashboard für Verwaltung.

Wichtig

GPX-Waypoints werden beim Direktimport nicht zuverlässig als Navigations-POIs interpretiert. Nur über Ride with GPS gepinnte Routen übertragen POIs vollständig an den Karoo.

Offener Community-Thread seit 2019

In einem Thread auf support.hammerhead.io dokumentiert die Community seit 2019 exakt diese Lücke. Ein Kommentar fasst es zusammen: „It doesn’t look like this will ever happen unless a third party writes an add-on app.“ Der Thread ist sechs Jahre alt. Die Lücke existiert noch.

Während der Fahrt: Drop Pin

Unterwegs entdeckst du etwas, das du dir merken willst: eine Wasserquelle, eine unerwartete Abfahrt, eine Stelle, die auf der Karte fehlt. Drop Pin lässt dich den Punkt sofort sichern — ohne anzuhalten, ohne App, direkt am Gerät.

  • 1 Oberen Bildschirmrand nach unten wischen → Control Center öffnen
  • 2 Drop Pin antippen → Kartenansicht mit aktueller Position öffnet sich. Position verschieben falls nötig, dann bestätigen.
  • 3 Ride-POI (nur diese Fahrt) oder Global POI (alle künftigen Fahrten)
  • 4 Nach der Fahrt: Hammerhead Dashboard → Ride Review → alle Drop-Pins einsehen, als GPX exportieren und in die nächste Streckenplanung integrieren.
Coros
DURA · Pace 3 · Apex 2

Coros ist spät in den Radcomputer-Markt eingetreten — und hat das Feld dabei neu bewertet. Der Coros DURA (seit 2024) ist solar-gestützt, bringt bis zu 120 Stunden Akkulaufzeit mit GPS und ist günstiger als vergleichbare Geräte von Garmin oder Hammerhead. Coros geht mit GPX-Wegpunkten derzeit offener um als die anderen hier behandelten Systeme.

Vorplanung: GPX direkt importieren

  • 1 GPX exportieren: CXB-GPX herunterladen. Die Datei enthält alle POIs bereits als <wpt>-Einträge — kein Umweg nötig.
  • 2 In Coros-App importieren: Datei auf dem Smartphone öffnen, Coros-App als Öffnen-App auswählen, „Save“ tippen. Route wird beim nächsten Sync auf das Gerät übertragen.
  • 3 Auf dem Gerät: Waypoints erscheinen auf der Karte und im Cue Sheet. Eine eigene Seite zeigt Distanz und Höhendifferenz zum nächsten Waypoint.

Direktimport funktioniert — RWGPS nicht nötig

Anders als bei Karoo und Wahoo liest Coros <wpt>-Einträge aus direkt importierten GPX-Dateien nativ aus. Der Umweg über Ride with GPS ist nur nötig, wenn POIs dort separat angelegt wurden.

Während der Fahrt: Pin setzen

  • 1 Extender-Ansicht öffnen: Während der Aufzeichnung in der Coros-App auf dem Smartphone: Extender auswählen, dann das Pin-Symbol antippen.
  • 2 Pin beschriften: Name, Beschreibung, Icon auswählen. Optional: Foto hinzufügen. Der Pin wird in Echtzeit gespeichert und auf der Explore-Seite der App synchronisiert.
  • 3 Pin in Waypoint umwandeln: Gespeicherte Pins lassen sich nachträglich als Waypoint zur Route hinzufügen — nützlich, um Entdeckungen während der Fahrt in die nächste Planung zu integrieren.

Hinweis

Der Pin-Workflow setzt das Smartphone als Extender voraus — das Gerät allein reicht nicht. Wer ohne Telefon fährt, kann Pins nur über die nächste Ride-Review nachträglich anlegen.

Garmin
Edge 530 / 540 / 830 / 840 / 1040 / 1050

Garmin unterscheidet intern zwischen Course Points (Wegpunkte, die fest mit einer Route verschmolzen sind — sie piepsen bei Annäherung, sind aber mühsam zu pflegen), Favoriten (unabhängige Punkte, direkt am Gerät setzbar, ohne App, ohne Sync) und GPI-Sammlungen (externe POI-Pakete per POI Loader, mehr Typen und Icons, aber mehr Aufwand). Für den Alltag auf langen Touren sind Favoriten die stabilere Wahl — sie sind geräteunabhängig, überleben Firmware-Updates und funktionieren ohne Account.

Vorab wichtig

Garmin behandelt importierte GPX-Dateien als Kursdatei und übernimmt Waypoints nicht automatisch als POIs. Zuverlässig: manueller USB-Import mit dem Garmin POI Loader — oder direktes Eintragen als Favoriten.

Während der Fahrt: Favorit setzen

  • 1 Satellitensymbol tippen → „Position speichern“. Aktueller GPS-Standort wird sofort gesichert, keine weitere Bestätigung nötig.
  • 2 Nach der Fahrt: Navigieren → Favoriten. In Garmin Connect als GPX exportieren — importierbar in den CXB Routenplaner oder Ride with GPS.

Vorplanung: GPI-Sammlungen

  • 1 GPX konvertieren: Garmin POI Loader (kostenlos, Win/Mac) → GPX aus dem CXB Routenplaner in GPI umwandeln.
  • 2 Auf Gerät kopieren: Per USB in den Ordner /POI/. Am Gerät: Navigieren → Extras → POI-Kategorien.

Hinweis Edge 1040+

Je nach Firmware-Version werden GPI-Dateien nicht korrekt gelesen. Vor langer Tour testen. Favoriten sind zuverlässiger.

Wahoo
ELEMNT Bolt 3 / Roam 3 / Ace

Mit dem Custom Waypoints Update (Oktober 2025) zeigen Bolt 3, Roam 3 und Ace POIs direkt auf dem Display — mit Annäherungs-Benachrichtigungen und einer eigenen Waypoints-Ansicht. Nur auf den neuen Geräten; ältere Modelle zeigen Waypoints nur im Cue Sheet.

Problem: Direktimport überträgt keine Waypoints

Custom Waypoints funktionieren ausschließlich mit Cloud-Sync aus Komoot, Ride with GPS oder Strava — nicht beim direkten GPX-Dateiimport. Wer eine GPX-Datei direkt in die Wahoo-App lädt, bekommt den Track — aber keine Waypoints.

Das betrifft auch GPX-Dateien mit sauber definierten <wpt>-Einträgen — also jeden Export aus dem CXB Routenplaner. Das GPX-Format unterstützt Waypoints seit 2002. Wahoo liest sie beim Direktimport nicht aus. Einen öffentlichen Beschwerde-Thread gibt es bislang nicht — anders als beim Karoo, wo die Community die Lücke seit 2019 dokumentiert. Die Einschränkung ist neu, der Effekt derselbe.

Workflow: CXB-GPX via Ride with GPS

  • 1 CXB-GPX in Ride with GPS importieren, POIs als Waypoints einbinden.
  • 2 Wahoo ELEMNT App → Profil → Verbundene Apps → Ride with GPS verbinden → per WLAN syncen.
  • 3 Auf dem Gerät: Waypoints-Ansicht zeigt alle Punkte mit Distanz. Beim Annähern: Benachrichtigung.
  • 4 Alternativ per GPX-Datei: In Ride with GPS: Export → GPX Track → Option „Include POI as Waypoints“ aktivieren. Diese Datei direkt in die Wahoo ELEMNT App importieren. Der Unterschied zum Direktimport einer gewöhnlichen GPX: Ride with GPS bettet die Waypoints in einem Format ein, das Wahoo erkennt.

Geräte-Check

Custom Waypoints nur auf Bolt 3, Roam 3 und Ace. Ältere Geräte: Waypoints im Cue Sheet, nicht auf der Karte. Strava-Routen vor Oktober 2025 müssen neu gesynct werden.

Qualität schlägt Menge

Die 5-POI-Regel

Für die meisten Mehrtagesetappen reichen fünf Typen: Wasser, Essen, Notausstieg, Shelter und Bike-Service. Wer diese fünf sauber durchplant, hat mehr als die meisten.

Ein schlecht gesetzter POI ist gefährlicher als keiner. Nur markieren, was verifiziert ist. Datum und Kontext in die Notiz.

Negative POIs — „Kein Wasser für die nächsten 38 km“ — sind genauso wertvoll wie positive.


Wer lange Strecken plant, merkt schnell: Die Route ist selten das Problem. Die Logistik ist es.

Genau deshalb sind gute POIs keine Zusatzinformation, sondern Teil der Strecke selbst. Sie sind das, was eine Linie bewohnbar macht.

Ein POI ist mehr als ein Punkt auf der Karte.

Er ist Erfahrung, die jemand zurückgelassen hat.

Und Vertrauen, das jemand anderes später braucht.

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