Das Freiheitsversprechen der Moderne lag ursprünglich beim Fahrrad. Zum ersten Mal konnte sich ein Mensch unabhängig von Fahrplan, Klasse und fremder Energie durch den Raum bewegen. Das Auto hat dieses Versprechen nicht erfunden. Es hat es übernommen — nachdem das Fahrrad aus dem Straßenraum verdrängt worden war. Das Berliner Recht auf die Fahrbahn dauerte 26 Jahre: erkämpft 1908, gelöscht 1934, in seiner autoritären Grundlogik nie demokratisch neu entschieden. Das Volksbegehren autofrei ist der Versuch, diesen Normalzustand zu beenden. Es läuft bis zum 8. Mai. Es braucht 174.000 Unterschriften.
Der erste warme Tag kommt immer zu früh fürs Rad. Wer jetzt einfach losfährt, merkt unterwegs, was der Winter angerichtet hat. Dieser Check geht durch, was Kälte, Feuchte und Streusalz tatsächlich angreifen – in der Reihenfolge, in der es zählt. Sicherheitskritisches zuerst.
Eine fremde Route ist keine Gesetzgebung. Sie ist eine Hypothese. Wer hat sie geplant, wozu dient sie, wann wurde sie aufgezeichnet — und auf was? Was die Beschreibung verschweigt, ist oft wichtiger als das, was sie sagt.
Waldweg in Brandenburg — typische Gravel-Route ohne Straßennamen oder Mobilfunkempfang
Notruf ohne Adresse im Wald oder auf dem Feld: Wer draußen unterwegs ist, kennt das Problem — im Notfall weiß niemand genau, wo man ist. Drei kostenlose Apps im Vergleich: nora für den sprachlosen Notruf, Hilfe im Wald für Rettungspunkte im Gelände, EchoSOS für grenzüberschreitende Touren. Dazu: 5 W-Fragen, Smartphone-SOS, Rettungskette im Wald, AED-Standorte, Erste Hilfe und zwei konkrete Szenarien. Entstanden aus der Gravel-Praxis — relevant für alle, die regelmäßig draußen unterwegs sind.
Es gibt ein GPS-Feature, das seit mehr als dreißig Jahren existiert, auf jedem Gerät läuft — und das trotzdem fast niemand aktiv nutzt. Es heißt POI — Point of Interest. Und es ist das Nützlichste, was du auf einer langen Schotterstrecke auf dem Display haben kannst. Ein Tutorial für Karoo, Coros, Garmin und Wahoo — und warum Komoot beim Thema POI versagt.
Gravel ist kein Rennrad mit Stollen. 50 mm+ Reifen sind das neue Normal – auf Schotter, Sand und Singletrail. Breite bringt Speed, Ruhe und Realität.
Wenn Berlin einmal den Kreis schließt: Diese Woche ging’s auf einer ausgedehnten Südrunde durch vertraute Ecken und überraschende Verbindungen. Asphalt trifft Waldkante, Hochhäuser auf Gartenlaubenidylle. Vom wilden Rand Neuköllns über Alt-Treptow, unter den Hochbahnen Kreuzbergs entlang, durch Schönebergs Hinterhöfe und zurück über Marienfelde und Lankwitz.
Wir fahren eine klassische Spätsommerrunde: leichtfüßig, ruhig, mit kleinen Trails, gutem Flow und genug Tempo, um warm zu bleiben. Und vielleicht auch ein bisschen, um dem Herbst noch nicht ganz ins Gesicht zu schauen.
Am Donnerstag rollen wir gen Osten – dorthin, wo vor Jahrhunderten die staubigen Räder der Postkutschen quietschten: nach Erkner, einst bekannt als Arkenow. Die Stadt entstand als klassische Umspannstation auf halber Strecke zwischen Berlin und Fürstenwalde – etwa 30 Kilometer, die man zu Pferd oder mit der Kutsche an einem Tag zurücklegte. Damals: Tagesreise. Heute: Feierabendausflug. Wir folgen alten Wegen, schnellen Forststraßen und weichen Singletrails, vorbei an Kiefern, Kanälen und Seen. Die Route ist flüssig, aber nicht langweilig – ein kleiner Ausflug in die Geschichte, durch Natur, Gegenwart und ein bisschen Patina. Ob du dabei an Kutschfahrten denkst oder einfach nur ans nächste Bier nach dem Ride: Hauptsache, du sitzt fest im Sattel.
Die Strecke am kommenden Donnerstag fällt mit 48km vergleichsweie kurz aus, bringt aber alles was man […]