Weil es letzte Woche so schön war, machen wir diese Woche einfach wieder fast das Gleiche. Wir treffen uns an der Rummelsburger Bucht, fahren raus in den Wald und lassen es ins in der Pause gutgehen.
Diese Woche fahren wir dahin, wo Berlin kurz vergisst, dass es flach ist. Ziel sind die Gosener Berge – ein unscheinbarer, aber überraschend kupierter Höhenzug zwischen Seddinsee und Wernsdorfer See. Bis zu 80 Meter über dem Urstromtal, entstanden aus den Hinterlassenschaften der letzten Eiszeit.
Das plötzliche Erscheinen des goldenen Rades am Himmel erinnert uns daran, dass wir ja mal ein Hobby hatten. Vor langer Zeit, bevor die große Berliner Glätteperiode los ging, sind wir ja mit Begeisterung mit dem Fahrrad durch den Wald gefahren. Und das wollen wir jetzt wieder tun!
Der Frühling bleibt. Die Sonne auch. Also fahren wir dahin, wo Berlin langsam ausfranst und der Nordosten beginnt.
Zum ersten Mal seit drei Monaten fühlt sich ein Donnerstag wieder nach Bewegung an und nicht nach Überleben. Die Trails tauen auf, der Wald riecht nach Erde statt nach Frost, und das Licht bleibt lang genug, um die Stirnlampe im Rucksack zu lassen. Wir rollen raus, als wäre nichts gewesen – und doch merkt man, dass etwas vorbei ist. Kein vorsichtiges Antasten mehr, kein permanentes Bremsen auf Eis. Wieder Druck auf dem Pedal, wieder Staub statt Salz.
Der erste Dreckige Donnerstag 2026 wird kein Trotzakt gegen den Winter, sondern ein kontrollierter Wiedereinstieg. Wenn das Eis weicht und der Boden wieder fahrbar ist, rollen wir los – vorsichtig, aber nicht zaghaft.
Der Kalender sagt Dezember – die Temperaturen sagen: April hat kurz reingeschaut und die Tür offen stehen lassen. Perfekt für eine Runde, die fast schon unverschämt gut rollt: Wuhletal und Erpetal, zwei lange Naturkorridore im Osten, die sich anfühlen wie ein heimlicher Fernradweg mitten in der Stadt
Noch einmal raus, bevor das Jahr dichtmacht. Ein früher Start in die Dunkelheit, eine kompakte Runde auf ca. 40 km, zwei Gruppen, ein gemeinsames Finale. Wir fahren das, was Berlin im Dezember hergibt: Waldstreifen, Schotterreste, Asphaltflicken und Atemwolken. Kein heroischer Jahresabschluss, sondern ein ehrlicher. Weihnachten ist Kitsch, klar. Aber Dunkelheit ohne irgendein warmes Gegenüber ist auch Quatsch. Also rollen wir zusammen in die Nacht, und enden an einem Ort, der Licht, Wärme und Bier hat – ohne die üblichen Festtagslügen.
Wir fahren dorthin, wo der Boden keinen Respekt vor dir hat – und das ist gut so.Ein Feierabendride, der Disziplin verlangt und dafür Kopf frei gibt. Schnell, direkt, unprätentiös. Bring Licht. Bring Laune. Der Rest ergibt sich.
Unser Zielgebiet liegt im Niemandsland zwischen Naturpark-Postkarte und Bauamt-Realität. Und genau dort fühlt sich Gravel am ehrlichsten an. Donnerstag testen wir, wie schnell man über lose Linien fliegen kann, ohne abzuheben. Wer’s wissen will: kommt vorbei.