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CXBerlin-Glossar: Von Arschrakete bis Zweiradkastensystem

Dieses Glossar ist nicht vollständig. Nur ehrlich. Es wächst mit jeder Tour, jedem Platten und jedem neuen Wort, das jemand im Sand erfindet.

Du fährst Gravelbike in Berlin? Kommst vom Rennrad, bist frisch im Bikepacking-Fieber oder willst einfach nur raus aus der Stadt, rein in den Matsch? Willkommen bei CXBerlin – Cyclocross, Schotterromantik, urbane Schleifen und gebogene Lenker seit 2006.

Zwischen „Späti-Stop“, „Müggelmodus“ und „Wurzelwache“ wirkt selbst das schlichte Fahrrad plötzlich wie ein Rätselapparat aus einer Parallelwelt. Hier findest du die Wörter, mit denen wir Schotter lieben, Pflaster fluchen und Feierabend definieren.

A

Anlieger (Berliner Art)
Kurve, die eigentlich keine ist. Sandloch mit Neigung, direkt an der B1. Optisch: Baugrube.

Ampelintervall
Urbanes Intervalltraining. 30 Sekunden Vollgas, 90 Sekunden warten. Wiederholen bis Brandenburg.

Arschrakete
Große Satteltasche am Gravelbike. Inhalt: Schlafsack, Müsliriegel, Lebenszweifel. Klassiker auf Grevets, inklusive Raschelgeräusche.

Asphaltscham
Das leise Schuldgefühl, wenn du 3 km Bundesstraße fährst, um zum Trail zu kommen.

Atzepampe
Brei aus Schlamm, Laub und Hundekacke. Ab Oktober automatisch im Gesicht.

B

Ballern
CXBerlin-Grundhaltung: Nicht reden, nicht bremsen, einfach durch.

Bergwertung
Höhenmeter made in Berlin: Teufelsberg, Arkenberge, Müggelturm. Alles unter 120 hm zählt als Training.

Berlin Loops
Sammelbegriff für die großen CXBerlin-Rundkurse: Berlinumrundung, Mauercross, Minerva Nightride. Jahreshighlights, keine Wochenformate.

Berlinumrundung
250 km um eine Stadt, die du eigentlich verlassen wolltest. Wind, Sand, Existenzfragen. Belohnung: Späti.

Biergravität
Physikalische Kraft, die dich nach 70 km zum nächsten Späti zieht. Nimmt mit Kilometerstand exponentiell zu.

Bikepacking
Radreisen mit Taschen am Rad statt Gepäckträger. Rahmentasche, Arschrakete, Lenkertasche – alles dran, nichts auf dem Rücken. In Brandenburg: Minimalismus-Übung, weil du Platz für Wasser brauchst. Es gibt keine Versorgung.

Bierendspurt
Letzte Meile zum Späti. Plötzlich hat jeder wieder Körner. Erstaunlich, was Aussicht auf ein kaltes Bier aus müden Beinen rausholt.

Bock auf Bock
Berliner Form der Vorfreude. „Na, haste Bock?“ – „Klaro, Bock auf Bock!“

Bonk (Hungerast)
Wenn der Körper aufhört und der Kopf anfängt, Tankstellen zu halluzinieren. Hungerast: die Glykogenspeicher sind leer, die Beine werden zu Beton. In Brandenburg besonders tückisch, weil die nächste Versorgung hinter der Erdkrümmung liegt. CXB-Diagnose: zu wenig Banane.

Boutique-Bremser
12.000-Euro-Titanrahmen, handgespeichte Carbonfelgen, steigt vor jeder 3-cm-Wurzel ab. Trägt Merinowolle, die mehr kostet als dein erstes Auto.

Brandenburger Brett
Schnurgerade, windanfällig, psychisch zermürbend. Ist immer Sand. Wer hier überzieht, verliert in Köpenick.

Bremspunkt (sozialer)
Der Moment, in dem du merkst, dass du seit 20 Minuten allein fährst und die Gruppe längst abgebogen ist.

C

Carbonangst
Unbegründete Sorge, dass jeder Stein den Rahmen killt. Betrifft ausschließlich Räder über 5.000 €.

Carbonflüsterer
Rennradfahrer, der sein 7-kg-Rad streichelt, während du deins durch einen Graben trägst.

Chamois Time
Kuchenpause. Offiziell benannt nach dem Sitzpolster im Trikot, tatsächlich benannt nach dem Kuchen. Die wichtigste taktische Entscheidung jeder CXB-Runde: wo, wann und wie viel. Endet meist am Späti.

City Cross
Urbane Querfeldein-Serie, dienstags. Nur Asphalt, Kies und Kanten.

CX (Cyclocross)
Querfeldein mit Stil, Tempo und Matsch. Offiziell Wintersport – bei uns ganzjährig.

CX-Triage
Nach dem Sturz: Check von Material, Körper und Ego. In dieser Reihenfolge.

CX Silence
Wenn alle gleichzeitig aufhören zu reden, weil der Sand beginnt.

D

Dichtmilch-Moment
Du stehst im Wald, die Milch spritzt, es zischt. Dichtmilchparty.

Doppelkorn-Dilemma
Reifenwahl zwischen 40 und 45 mm. Fühlt sich an wie eine Lebensentscheidung, ist aber keine.

Dreck-Dandy
Putzt sein Rad nicht („Patina!“), verbringt aber 45 Minuten damit, den Schlammspritzer fürs Sonnenuntergangs-Reel zu drapieren.

Dreckfresse
Nicht die Beleidigung. Dein Gesicht nach 2 h Rummelsburger Offroad.

Dreckiger Donnerstag
Feierabendrunde, donnerstags ab 18:30. Neue Strecke, altes Ziel: platt, dreckig, glücklich. Endet meist am Späti.

Durchseuchter Grünstreifen
Google Maps nennt’s „Radweg“. War laut Komoot fahrbar.

E

Einstiegswiderstand
Psychologische Hürde vorm Aufbruch. Gern am Sonntag bei Schneeregen um 07:30.

Einsteiger*innenfreundlich
Wird gesagt. Meint: Keine Treppen, nur 30 % Sandanteil.

Elbwasserscheide
Imaginäre Grenze, ab der du in Brandenburg bist, aber Google Maps noch Berlin anzeigt.

Erstfahrt-Grinsen
Gesichtsausdruck eines Neulings nach der ersten CXB-Runde. Halb panisch, halb verliebt.

F

Factory-Fit-Faker
Alles matcht: Socken, Helm, Rahmenfarbe. Hat aber keine Ahnung, wie man ein Tubeless-Ventil festzieht.

Feierabendrunde
Ritualisierte Eskalation nach 18:30. 60–80 km, 0 Stunden Mitleid. Ballern, Banane, Bier. Endet meist am Späti.

Feierabendglück
19:30, Feldweg, Sonnenuntergang, du riechst nach Kette und Sonnencreme. Besser als alles, was der Tag dir sonst geboten hat.

Flarebar
Gravel-Lenker mit ausgestellten Drops. Sieht aus wie ein Lenker nach zu viel Yoga. Bringt aber was: mehr Kontrolle, mehr Platz, mehr Angriffsfläche für Äste.

Flickfluch
Schlauch geflickt, Reifen montiert, aufgepumpt, pfffffft. Ab Schritt 1.

Formtief-Philosophie
Zustand, in dem man über das Leben nachdenkt, weil die Beine nicht mehr können.

Funkloch-Feeling
Ab Heiligensee: nur du, deine Route und das Mondlicht.

G

.gpx (Trackdatei)
Standardformat für Streckendaten. Bestimmt, wo’s langgeht – oder auch nicht.

Gel-Grenze
Der Punkt, ab dem du alles isst, was nicht wegläuft. In Brandenburg bei km 80, weil es dort schlicht nichts zu kaufen gibt.

Gravel (Berliner Definition)
Alles, was rollt, knirscht und dich von Asphalt weglockt. Sand, Splitt, Brandenburger Betonplatte – egal. CXB meint: Wenn du rauf fährst und es knirscht, ist es Gravel. Und dann gibt es noch den Brandenburger Tiefsand: Wenn die DIN-Norm aufhört und das Schwimmen auf zwei Rädern beginnt. Ist immer Sand.

Gravel-Gatekeeping
Die Kunst, jedem Neuling zu erklären, dass sein 40-mm-Reifen ein „breiter Rennradreifen“ ist und echtes Graveln erst bei 52 mm und 1,2 Bar anfängt.

Gravelbike
Rennrad mit breiteren Reifen, Scheibenbremsen und der Erlaubnis, die Straße zu verlassen. Kann alles, außer eine Sache richtig gut – und genau deshalb ist es das beste Rad für Berlin und Brandenburg.

Gravelgesicht
Stolz und Erschöpfung auf jedem Finish-Foto. Nicht verwechseln mit Dreckfresse.

Grevet
Brevet + Gravel. Kein Support, keine Medaillen – nur Geschichten.

Gruppe 1
Schnellste Startgruppe. Nicht immer die stärkste, aber die ehrgeizigste. Nur reingehen, wenn du „Bock auf Bock“ UND „Kette rechts“ im Blut hast.

Gruppenentropie
Naturgesetz: Je größer die Gruppe, desto sicherer die Auflösung an der ersten Ampel.

Gruppenmagie
Zwölf Leute, die sich vorher nicht kannten, stehen nach 60 km im Regen am Späti und fühlen sich wie eine Mannschaft. Passiert auf jeder zweiten CXB-Runde.

H

Hafermilch-Hürde
Brandenburger Landgasthof. „Milch“ kommt dort vom Tier. Kulturschock hinter Beeskow.

Halbschuhtourist
Person im Park: „Ist das ein Rennrad?“

Hinterbau
Bei Stahl flexibel, bei Carbon steif, bei Alu: egal, weil sowieso keiner mehr Alu fährt. Wer seinen Hinterbau kennt, hat ein Problem oder einen Podcast.

Hinterradlinie
Blind dem Vordermann folgen. Auch durch Matsch, Morast und Mauerreste.

I

Innenlager
Wenn’s knarzt: entweder Tretlager, Sattelstütze, Pedale, Schuhe oder dein Knie. Du wirst alle tauschen, bevor du’s findest.

Instapause
Streckensabotage als Social-Bremsmoment. Alle halten an, einer knipst.

Irrläufer
.gpx-Fehler, der alle vom Kurs bringt. War laut Komoot fahrbar.

J

Joghurtdeckel
DIY-Schutzblech. Selten effektiv, oft lustig.

Jutebeutelmentalität
Kein Bikepacking-Setup, nur Stoffbeutel. Mutig.

K

Kaffeepausenkonflikt
Rennradfahrer will Flat White im Café. CXB will Flasche am Feldrand. Unvereinbar.

Kassette
Ritzelpaket am Hinterrad. 2026: 13-fach, 44er oder 46er Rettungsritzel. Alles unter 44 Zähnen ist in Brandenburg Selbstüberschätzung.

Kette rechts
Ich geb alles. Fragt mich nix.

Kettenblatt
Gravelbikes haben eins. Rennräder zwei. Wer zwei hat, benutzt trotzdem nur eins.

Kettentattoo
Ölabdruck am rechten Schienbein. Erkennungszeichen. Geht nie ab.

KI-Routing
Leitet dich 2026 perfekt um jedes Matschloch, vergisst aber die Spätis. Algorithmus ohne Seele.

Komootfalle
Route sieht auf dem Bildschirm flach aus. Ist Sand. Immer Sand.

Kompaktkurbel
In den Alpen: Einsteigerkurbel. In Brandenburg: die einzig ehrliche Wahl.

Kompaktmodus
Wenn alles wehtut und du in den leichtesten Gang flüchtest.

Körner
Verbleibende Energie: „Ich hab noch ein paar Körner.“

Kunstberge
Aufgeschüttete Berge aus Müll. Tour-Highlight.

Kurbelarm
165, 170 oder 172,5 mm – eine Diskussion, die Freundschaften beendet.

L

Langfingerfreundlich
Bike ohne Schloss am Bahnhof. Berlin: riskant.

Laternengarage
Fahrradabstellplatz ohne Dach, ohne Schutz, mit Hoffnung. Berliner Standard.

Laufradsatz
Der schnellste Weg, 2.000 € auszugeben und 200 g zu sparen.

Loop
CXB-Runde. 60–80 km, selten trocken, nie langweilig.

Low-Pressure-Lobby
1,4 Bar im 50-mm-Reifen, schwebt über Wurzeln, während du auf 3 Bar jedes Sandkorn im Rückenmark spürst.

Lycra-Allergie
Immunreaktion bei Sichtung von Ganzkörper-Teamkit im Café. Symptome: Augenrollen, Überlegenheitsgefühl.

M

Matschorgel
Antrieb ab km 25 im Winter. Geräuschkulisse: tragisch.

Mauercross
Jährliches CX-Race entlang des Mauerwegs. Seit 2020. Querfeldein auf historischer Strecke. Teil der Berlin Loops.

Mietmaul
Influencer:in mit Rabattcode statt Meinung. Erzählt dir bei 18 km/h von Wattwerten, während du dein Dichtmilch-Trauma verarbeitest. Lieblingssatz: „Funktioniert echt super für mich!“

Minerva Nightride
Nacht-Bikepacking, Mauerweg. Stirnlampe, Dunkelheit, Berlin von seiner stillen Seite. Teil der Berlin Loops.

Mittelstreifenmystik
km 180. Der Feldweg fängt an, persönliche Fragen zu stellen.

Motzspur
Fluchen ab Platten Nr. 2. Gehört dazu.

Müggelmodus
Benannt nach den Müggelbergen im Südosten. Ostwind, Sand, Wurzeln, kein Empfang. Kein Ort, sondern ein Aggregatzustand: zu weit für Umkehr, zu nah für Aufgeben. Ist immer Sand.

N

Nabe
Billig und leise oder teuer und laut. In Brandenburg hört man den Freilauf bis Beeskow.

Nabengeräusch
Freilauf-Summen, in Brandenburg die einzige Gesellschaft.

N+1-Neurose
Für jedes Viertel ein Rad. Das „Neukölln-Crit-Bike“, der „Grunewald-Wurzel-Express“, das „Pankow-Pflaster-Pendelrad“.

Nightride
Stirnlampe trifft Vollmond. Orientierung optional.

Nippelspanner
Kein Fetisch – Werkzeug zum Zentrieren. Wer ihn braucht, hat einen Achter und schlechte Laune.

O

Oberrohr-Balance
Sieht in Belgien elegant aus. In Grunewald: stolpern, fluchen, Rad fallen lassen, weiterfahren.

Ostschotter
Alles ab Karlshorst. Sandiger. Wurzeliger. Wilder.

Overbiked
Wenn das Setup krasser ist als das Gelände. Vollgefederter Carbonrenner mit 50-mm-Reifen und Dropper Post auf dem Berliner Mauerweg. 4.000 € Technik für 0 cm Höhenunterschied.

P

Pannenpakt
Wer einen Platten hat, wird nicht zurückgelassen. Wer zwei hat, wird bemitleidet. Wer drei hat, fährt S-Bahn.

Pannensegen
Wenn es eine Weile gutgeht. Danach: pffft.

Party Pace
Gegenteil von Rennstress. Labern, lachen, snacken. Endet meist am Späti.

Pavé
Französisch für „autofahrerfeindliches Pflaster“.

Plattenbaupassage
Fahrbar. Funktional. Berlin halt.

Plattenbauwind
Windkanal zwischen den Blocks. Auf dem Hinweg Gegenwind, auf dem Rückweg auch. Marzahn, Hellersdorf, Gropiusstadt – überall derselbe Effekt.

Poller
Stadtmöblierung mit Feindkontakt. Bei CXBerlin Hauptgesprächsstoff: „Pooooller links!“ ist Pflichtansage. In anderen Gruppen spricht man nicht drüber und holt dafür lieber den Rettungshubschrauber.

Profilneurose
Obsessives Prüfen des Reifenprofils. Ändert nichts am Verhalten.

Pumpenphilosophie
Bar-Diskussion auf dem Parkplatz. „1,8 oder lieber 2,1?“

Q

QR / Steckachse
Schnellspanner: Rad raus in 5 Sekunden, Dieb auch. Steckachse: 30 Sekunden, festgefressen in 60 % der Fälle.

R

Rasiertbeinmentalität
Aerodynamik-Optimierung bei 22 km/h Durchschnitt. Redet von Grenzschicht-Effekten.

RB Roulette
Ob du mit Rad in den Regionalzug kommst. Ergebnis: unvorhersehbar. Abhängig von Tageszeit, Wagenreihung, Schaffnerlaune und der Anzahl Kinderwagen im Mehrzweckabteil. Siehe auch: Stellplatz-Lotto, S-Bahn-Backup.

Rehblick
Leeres Gesicht nach letztem Anstieg. Ringbahn-Fantasie inklusive.

Reifendruckgespräch
Fachgesimpel über PSI. Endet selten unter 10 Minuten.

Reifendruck Gravel
Die ewige Frage. Grundregel: weniger als du denkst. 2,0–2,5 Bar auf 40 mm für Asphalt-Schotter-Mix. 1,5–1,8 auf 45+ mm für reinen Offroad. In Brandenburg eher weniger – Sand frisst Druck. Tubeless hilft, weil du ohne Durchschlaggefahr tiefer gehen kannst.

Reifen-Religionskrieg
Noppen-Fraktion gegen Slick-Fanatiker. Endet damit, dass beide im Brandenburger Tiefsand stecken bleiben.

Rennradreflex
Instinktives Absteigen bei Sichtung von Schotter. Betrifft auch Ex-Rennradfahrer nach zwei Jahren Gravel. Heilung: unbekannt.

Ride Leader
Der Mensch, der so tut, als hätte er Kontrolle. Hat die Route auf dem Gerät, aber nicht im Griff. Fährt vorn, bis die Gruppe sich teilt, dann fährt er in der Mitte und tut so, als wäre das Plan gewesen.

Routenplaner (CXB)
Funktioniert. Kostenlos, Open Source, ohne Tracking: routing.cxberlin.net.

Rückenwindlüge
Wetterapp verspricht Rückenwind. Du spürst: Gegenwind. Immer Gegenwind.

Rückwegtheorie
Gegenwind auf dem Hinweg UND auf dem Rückweg. Physikalisch unmöglich, empirisch bewiesen. Jede Tour. Jedes Mal.

S

S-Bahn-Backup
Plan B jeder Tour. Nie zugegeben, immer im Kopf.

Sachter Samstag
Einsteigerfreundliche Kuchenrunde mit Schotterquote. Endet meist am Späti.

Sandenburg
CXB-Begriff für das sandige Nichts um Berlin. Wurde von Copycats gekapert. Ist immer Sand.

Sandstand
Berliner Pendant zu Formzustand. Form ist egal. Entscheidend ist, wie gut du durch Tiefsand kommst. Wer Sand kann, kann alles.

Sattelklempner
30 Minuten Sattelhöhe korrigieren, bevor alle losfahren.

Schotterlüge
„Gut fahrbarer Weg.“ Ist Sand. War laut Komoot fahrbar.

Schotterromantik
Was man auf Instagram postet. Nicht was man auf km 65 fühlt.

Schmutziges Wochenende
Das harte Gegenstück zum Sachten Samstag. „Schmutzig“ ist keine Metapher – sondern Zustandsbeschreibung nach 100 km Brandenburger Waldweg.

Segment-Soziologe
Langsam, aber informiert. Redet mehr als er fährt.

Segmentego
Wenn jemand plötzlich beschleunigt, obwohl „Party Pace“ angesagt war. Diagnose: chronisch.

Sendung
Wenn jemand richtig gut fährt. Geschmeidig, schnell, mühelos. „Die hat heute Sendung.“ Kein Strava-KOM, sondern sichtbare Leichtigkeit auf dem Rad.

Skills Session
Fahrtechnik-Workshop, alle Levels. Bremsen, Kurven, Schultern – die Dinge, die man können sollte, bevor man sie braucht.

Späti-Stop
Der wahre Zielpunkt jeder Runde. Molle, Mate, Haribo.

Späti-DNF
Tour offiziell beendet, weil jemand „nur kurz“ Bier holen wollte. Niemand fährt danach weiter.

Stellplatz-Lotto
Sonntagabend, RB24, du gegen drei E-Bikes, einen Kinderwagen und einen Kontrabass. Fahrradmitnahme erlaubt. Platz: nicht.

Stille-Post-Kilometer
Die letzten 10 km. Niemand redet, alle fahren nebeneinander. Trotzdem das Beste am Tag.

Straßenrandverachtung
Blick eines Rennradfahrers, wenn du mit 42er-Reifen und Arschrakete an der Ampel neben ihm stehst.

Strava-Syndrom
Fährt nicht ohne Aufzeichnung. Stürzt lieber, als die Aufnahme zu pausieren. Fortgeschritten: weint bei verlorenen KOMs.

SummerGravelTravel
Mehrtägige Etappentour. Berlin–Bamberg, Pfalz, Vogesen. Bikepacking als Reiseformat, nicht als Instagram-Projekt.

T

Tankstellensushi
Reiswaffel mit Nutella, im Stehen, Aral bei Königs Wusterhausen. Auf Grevets: alkoholfreies Bier dazu.

Teufelsberg-Test
Oben: Wer noch reden kann, muss wieder runter.

Tretlager
Knarzt irgendwann immer. Wechsel: 20 Minuten oder drei Werkstattbesuche.

Trinkflaschentetris
Zwei Flaschen, eine Pumpe, ein Werkzeugset. Rahmendreieck hat Platz für anderthalb.

Tubeless-Trauma
Du hörst „psssst“. Du weißt: Wochenende gelaufen.

Tubeless Interruptus
Plug-Anwendung unter Zeitdruck: schnell rein, schnell rausziehen, bevor die Milch kommt. Keine Sorge: Tubeless Interruptus ist sicher.

Type 2 Fun
Spaß, der währenddessen keiner ist. Erst danach. CXB-Definition: km 70, Gegenwind, Regen, leer. Drei Tage später: „War geil, machen wir nochmal?“

U

UDH (Universal Derailleur Hanger)
Das Schaltauge, das endlich fast alle eint. Wer es 2026 nicht hat, fährt „Vintage“. Keiner hat es dabei, wenn du’s brauchst.

Underbiked
Zu wenig Rad für zu viel Gelände. 28-mm-Reifen auf Brandenburger Waldweg. Respekteinflößend oder dumm, je nach Perspektive.

Umwerfer
Am Gravelbike: ausgestorbene Spezies. Wer einen fährt, wird wie ein Museumsstück bestaunt.

Unterwegsverzweiflung
Hungerast + falscher Weg + Regen. Gleichzeitig.

V

Viet-Imbiss-Finale
Das eigentliche Ziel jeder CXB-Tour. Bier aus dem Kühlschrank, Portionsgröße: ja. Wer nach 80 km Phở bekommt, versteht alles.

Verkomootet
Verfahren dank Naviapp oder Ego. War laut Komoot fahrbar.

Vorbau
10 mm kürzer: aufrecht wie dein Vater. 10 mm länger: Zeitfahrer mit Bandscheibenschaden.

W

Watt
Zahl oder Gefühl. Bei CXBerlin: „Wattig halt.“

Wattverlustangst
Rennradfahrer-Sorge, dass Schotter die Trainingseffizienz ruiniert. Spoiler: Stimmt. Macht aber mehr Spaß.

Waldgrenze
Der Punkt, an dem Asphalt endet und Gespräche verstummen.

Wegbier
Dafür sind die kleinen Bikepackingtaschen am Lenker entworfen worden.

Windschattendiplomat
Fährt nie vorn, ist aber immer dabei. Sozial unangreifbar.

Work-Ride-Balance
9:00-Uhr-Meeting per Headset aus dem Grunewald. Bergwertung am Teufelsberg.

Wurzelroulette
Nasse Wurzel, Tempo 25, Hoffnung. Ergebnis: binär.

Wurzelwache
Wurzelstrecke deluxe. Zähneklappern inklusive.

Z

Zahnkranz
Sagt dein Opa. Meint die Kassette. Hat trotzdem recht.

Zugspannung
Am Gravelbike irrelevant, weil hydraulisch. Es sei denn, du fährst mechanisch. Dann: Respekt und Beileid.

Zweiradkastensystem
Hierarchie im Café. Oben: Carbon mit Dura-Ace. Unten: Alu mit Erdkruste. CXB-Position: unten ist oben.

Zwiebelprinzip
Schichten-Strategie, Berliner Winter. Funktioniert bis km 10, danach schwitzt du in allem oder frierst in nichts.

Nicht alles verstanden? Macht nichts.
Donnerstag, 18:30. Der Rest erklärt sich unterwegs.

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