Buchrezension · Wenn das Wattmessgerät zur Kategorienlehre wird.

Guillaume Martin: Sokrates auf dem Rennrad – Velosophie zwischen Wiegetritt und Wille zur Macht

„Nach oben buckeln, nach unten treten.“ Das sogenannte Radfahrerprinzip ist seit Tucholsky und Zuckmayer das Lieblingsbild der Kulturkritik für autoritäre Haltungen – der gebückte Radfahrer als Sinnbild des Kleinbürgers, der sich nach oben unterwirft und nach unten tritt. Fromm hat es in die Sozialpsychologie übernommen, Adorno in seine Studien zur autoritären Persönlichkeit. Der Radfahrer als Karikatur des autoritären Charakters: gebückt im Körper, gebrochen im Geist. Eine schöne Metapher – aber eben nur eine.

Eine Buchbesprechung über den französischen Radprofi und Philosophie-Master Guillaume Martin, der mit Sokrates auf dem Rennrad gegen das Klischee vom dumpfen Fahrer antritt – nicht rhetorisch, sondern buchstäblich. Sein Buch ist Gedankenexperiment, Profi-Memoir und französisches Theorie-Pamphlet zugleich: eine fiktive Tour de France, auf der Kant, Marx, Nietzsche und Sartre dieselben Etappen leiden wie das echte Peloton – und dabei ihre Systeme treten.


Kurzurteil. Ein kluges, witziges, manchmal kunstvolles Buch, das nicht nur Philosophie für Radfahrer ist, sondern auch Radsport-Phänomenologie für Philosophen. Martins Stärke ist nicht akademische Schwere, sondern intellektuelle Beweglichkeit: Er verbindet die eigene Profi-Erfahrung mit präzisen Lektüren der europäischen Tradition – Nietzsche im Wiegetritt, Sartre im Pulk, Bergson auf der Abfahrt. Wer Henri Desgranges La Tête et les Jambes (1895) liest oder Plessners exzentrische Positionalität kennt, findet hier die Fortsetzung einer Linie, die so lang ist wie der Radsport selbst. Wer von beidem noch nie gehört hat: ein perfekter Einstieg in beide Welten.

Denken bei 90 Umdrehungen pro Minute

Guillaume Martin tritt gegen das Adorno-Bild buchstäblich an. Der französische Radprofi, Jahrgang 1993, hat einen Master in Philosophie von der Universität Paris-Nanterre – mit Schwerpunkt Friedrich Nietzsche. In der französischen Sportpresse läuft er als „Nietzsche mit Rennlenker“. In Sokrates auf dem Rennrad lässt er die großen Denker der europäischen Geschichte auf zwei Rädern antreten. Kant, Marx, Nietzsche, Sartre, Pascal, Heidegger, Spinoza, Aristoteles – sie alle werden Teil einer fiktiven Tour de France, deren Etappenprofil dem der echten Tour 2017 folgt (Start in Düsseldorf).

Das könnte als reine Pointe enden – Philosophen-Cosplay im Lycra. Martin macht aber etwas Klügeres daraus: Er nimmt die philosophischen Systeme ernst, indem er sie ihrer eigenen Logik überlässt. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert: Im ersten bereitet sich das Feld vor, im zweiten wird die Tour selbst gefahren. Die Pointen ergeben sich aus den Systemen, nicht aus der Karikatur.

Was im Buch wirklich passiert.

Sokrates, Platon und Aristoteles bilden das griechische Vélosophen-Team und werden zur intellektuellen Hauptachse des Pelotons. Spinoza trägt zwischenzeitlich das Gelbe Trikot und behält dabei seine berühmte Unabhängigkeit. Sokrates hält am Lac d’Embrun für eine Tretbootrunde an – mitten in der Etappe. Heidegger fällt in den Graben – die Geworfenheit als Bordsteinkante. Nietzsche trainiert solo, hört dabei Les Chemins de la philosophie auf France Culture. Marx rebelliert gegen die Dominanz der grosses cuisses (Sprinter) und kämpft für die Baroudeurs, die Ausreißer ohne Lobby. Sartre coacht die französische Nationalmannschaft, mit Pascal als gequältem Edelhelfer. Kant wird vom deutschen Teammanager Albert Einstein rekrutiert – er lehnt ab, weil das Tour-Komitee außerhalb von Königsberg startet. Echte Profis tauchen mit verfremdeten Namen auf: Ullrich wird zu Ullrig, Anquetil zu Anquepil.

Es ist Monty Python mit philosophischer Strenge: Was bei den Briten Satire war, wird bei Martin ernsthaftes Gedankenexperiment.

Die Tête-et-les-Jambes-Linie

Was wie eine originelle Idee aussieht, hat eine erstaunlich lange Vorgeschichte. Bereits 1894 – ein Jahr vor der ersten Tour de France – veröffentlichte Henri Desgrange, der spätere Erfinder der Tour, das Buch La Tête et les Jambes. In Briefen an einen jungen Radfahrer erklärte er: Wer nur mit den Beinen fährt, hat das Wesentliche nicht verstanden. Auch der Kopf gehört aufs Rad. Damit war der denkerische Anspruch tief in die DNA des modernen Radsports eingeschrieben – noch bevor die Tour überhaupt existierte.

Es ist kein Zufall, dass Martin als Franzose in dieser Tradition steht. Die französische Sportintelligenz – von Albert Londres‘ Tour-Reportagen „Les Forçats de la Route“ (Die Galeerensklaven der Straße, 1924) über Roland Barthes‘ „Le Tour de France comme épopée“ (1957) bis zu Antoine Blondins legendären L’Équipe-Kolumnen – hat den Radsport immer als kulturelles Phänomen ernstgenommen, nicht nur als sportliches. Martin schreibt sich bewusst in diese Linie ein.

Henri Desgrange: Der Gründungsvater hatte einen Plan.

Desgrange (1865–1940) war nicht nur Journalist und Tour-Erfinder, sondern auch selbst Radsportler – er hielt 1893 den ersten offiziell anerkannten Stundenweltrekord (35,325 km). Sein Buch La Tête et les Jambes erschien 1894 und ist die wohl früheste systematische Reflexion über das Rennradfahren als Mischung aus Physis und Mentalität. Die Tour de France, die er ab 1903 organisierte, war nie als reine Sportveranstaltung gedacht, sondern als kulturelles Spektakel mit erzieherischem Anspruch. Martin nimmt diesen Faden 125 Jahre später wieder auf.

Velosophie statt Klischee

Martin hat für sein Genre einen Begriff: Velosophie. Die Wortbildung ist französisch geprägt, klingt aber zugleich nach Universitäts-Witz und nach Grundsatzfrage. Sie nimmt die alte Trennung zwischen Sport und Geist – der dumpfe Athlet versus der körperlose Denker – ernst, um sie zu unterlaufen. Die Stärke der Sokrates-Texte liegt darin, dass sie nicht Philosophie über Radsport machen, sondern Philosophie aus der Radsporterfahrung heraus.

Das ist mehr als ein literarisches Spiel. Martin verwebt seine eigene Profi-Erfahrung – Tour-Etappen, Vuelta-Bergtrikot 2020, das Leiden im Wiegetritt – mit dem geistigen Erbe der europäischen Philosophie. Heraus kommt ein Buch, das Körper und Denken nicht trennt, sondern zusammenschaltet. Denn Denken im Wiegetritt ist nicht nur möglich – es ist vielleicht die genuine Form des Denkens, wenn der Körper an seine Grenzen kommt.

Strukturell ist das Buch klug gebaut: Im ersten Teil wird das Setup entwickelt – Olympia als Ausgangspunkt, die griechischen Vélosophen formen ihr Team, andere Nationalteams werden zusammengestellt, Trainingsmethoden diskutiert. Der zweite Teil fährt dann die Tour, Etappe für Etappe, mit den Pointen, die sich aus den philosophischen Systemen ergeben. Diese Konstruktion erlaubt Martin, das Format Was-wäre-wenn nicht als kurze Pointe, sondern als anhaltendes Gedankenexperiment durchzuführen. Was bei einem 200-Seiten-Buch kein triviales Format ist.

Besonders gelungen ist die Marx-Episode: Marx rebelliert gegen die Dominanz der grosses cuisses – jener Sprinter mit den breiten Oberschenkeln, die die meiste Aufmerksamkeit und die größten Prämien einstreichen. Sein Solidaritätsruf gilt den Baroudeurs, den Ausreißern und Bergpfaffen, deren Mehrwert vom Peloton-Kollektiv abgeschöpft wird, ohne dass sie selbst je auf der höchsten Stufe stehen. Die Mehrwertanalyse als Pelotondynamik – das ist mehr als ein Gag, das ist gute angewandte Theorie. Wer einmal eine Etappe verfolgt hat, in der ein Solist 180 Kilometer voraus fährt und dann zwei Kilometer vor dem Ziel kassiert wird, weiß, was Marx gemeint hätte.


Plessners exzentrische Positionalität auf zwei Rädern

Noch radikaler als Desgrange dachte das später Helmuth Plessner in seinem Hauptwerk Die Stufen des Organischen und der Mensch (1928). Sein zentraler Begriff der exzentrischen Positionalität beschreibt den Menschen als Wesen, das sich gleichzeitig selbst erlebt und von außen betrachten kann – ein Körper, der gleichzeitig Leib ist (gelebt von innen) und Körper (beobachtet von außen). Der Mensch fällt nie ganz mit sich zusammen, sondern steht immer auch neben sich.

Genau das passiert im Radsport in seiner reinsten Form: Wer am Limit fährt, ist ganz Körper – pumpende Lunge, brennende Beine, salziger Schweiß – und zugleich ein fragendes Ich, das sich selbst beim Leiden zuschaut. „Schaffe ich das? Wie weit kann ich noch? Was geht hier eigentlich vor?“ Diese Selbstbeobachtung am Maximum ist exzentrische Positionalität in Reinkultur. Das Rennrad ist, plessnerisch gesprochen, eine Maschine zur Erzeugung von Selbstdistanz.

Wer am Limit fährt, ist ganz Körper – und zugleich ein fragendes Ich, das sich selbst beim Leiden zuschaut. Plessners exzentrische Positionalität auf zwei Rädern.

Für Martin ist Radfahren ein solcher Moment der Verdichtung. Ein Raum, in dem Philosophie nicht nur gedacht, sondern gefahren wird. Was bei Plessner anthropologische Grundbestimmung war, wird bei Martin sportliche Praxis – und vice versa.

Nietzsche, Muskeln und der Wille zur Erkenntnis

Besonders stark wirkt Nietzsches Einfluss in Martins Denken – kein Wunder, sein Philosophie-Master galt explizit Nietzsche. Anders als oft vermutet war Nietzsche tief in die Physiologie seiner Zeit eingelesen und dachte den Körper nie als Gegensatz zum Geist, sondern als dessen Ursprung. Physiologie und Philosophie fielen bei ihm in eins – seine berühmte Formulierung „Es ist mehr Vernunft in deinem Leib als in deiner besten Weisheit“ aus Also sprach Zarathustra liest sich für jeden Radprofi wie eine Selbstbeschreibung.

Seine Begriffe – Wille zur Macht, ewige Wiederkehr, Erschöpfung, Selbstüberwindung – sind nicht nur Metaphern, sondern Kategorien sportlicher Erfahrung. Wer einen 4.000-Höhenmeter-Tag in den Pyrenäen hinter sich hat, weiß, was Nietzsche mit „Selbstüberwindung“ meinte: nicht moralisch, sondern physiologisch. Wenn Martin Nietzsche auf dem Rad porträtiert, ist das keine Ironie, sondern ein intellektuelles Reenactment.

Die Grenzerfahrung als Prüfstein.

Was Nietzsche philosophisch konstruieren musste – das ständige Über-sich-hinaus, den Willen, der sich selbst will – ist im Radsport empirische Realität: Jede Tour-Etappe ist Selbstüberwindung im Schichtbetrieb, drei Wochen lang. Das Rennrad wird so zum tragenden Gestell für das Denken unter Belastung. Kein Zufall, dass Marie Curie, die andere große Frühradlerin, ähnliche Worte fand: „Nichts im Leben ist zu fürchten, es ist nur zu verstehen.“ Auch das ist Velosophie.


Kein Platz für Trash Talk

Natürlich gibt es auch eine andere Radsportkultur. In zeitgenössischen Podcasts wird bei Dosenbier über Windkanten und Toilettengang im Pulk gesprochen – pointiert, charmant, aber selten tiefgründig. Viel Parole, wenig Inhalt – echten Reflexionen fehlt mitunter die Luft im Raum zum Atmen. Das hat seine Berechtigung, auch in der Gravelszene: Lockerheit, Selbstironie, das Sich-nicht-zu-ernst-Nehmen sind wertvolle Kulturgüter, gerade in einer Disziplin, die sonst zur Selbstüberhöhung neigt.

Martin dagegen schreibt gegen das Klischee vom dumpfen Fahrer. Sokrates auf dem Rennrad ist keine Klolektüre, sondern eine Einladung zur Reflexion. Auf dem Rad. Mit Blick auf die nächste Rampe. Und auf sich selbst. Dass beide Lesarten – die anekdotische und die reflektierte – nebeneinander existieren, ist gut. Aber wenn man sich entscheiden müsste: Martin gewinnt auf Distanz.

Wo Martin selbst steht: 2025 und die Boderie

Anders als viele schreibende Sportler bleibt Martin ein aktiver Profi. 2025 fährt er für Groupama-FDJ, nach acht Jahren bei Cofidis. Sein Palmarès liest sich solide: Bergtrikot der Vuelta a España 2020, dritter beim Critérium du Dauphiné 2020, achter Platz beim Tour de France 2021. 2024 war er mit 14.378 Wettkampf-Kilometern der meistfahrene Profi der Welt – vor Pogačar, Vingegaard und van der Poel. Im April 2025 gewann er den Classic Grand Besançon Doubs und einen Tag später die Tour du Jura Cycliste, seine ersten Siege seit 2022.

Privat lebt Martin im normannischen Domaine de la Boderie, einem Gehöft mit dreizehn Eseln, das er als Maurer selbst restauriert. Er schreibt für Le Monde, hat ein Theaterstück verfasst und 2024 mit „Les Gens qui rêvent“ einen weiteren Roman vorgelegt. Diese Mischung – Hochleistung, Handwerk, Schreiben, Tiere – ist das Gegenmodell zum spezialisierten Profi-Athleten, der sein ganzes Leben um Wattzahlen organisiert. Sie ist auch das, was sein Buch glaubwürdig macht.

Was wir nicht ganz mitmachen.

Bei aller Bewunderung gibt es zwei Stellen, an denen Martin uns zu schnell ist. Erstens: Die fiktive Tour als Format zwingt zu Pointen, die manche Philosophen besser tragen als andere. Nietzsche und Sartre funktionieren, weil sie ohnehin schon Performance-Denker waren. Kant wird zur Witzfigur, weil seine Ethik nicht für 200-km-Etappen gebaut ist. Da hätte mehr Differenzierung gutgetan. Zweitens: Manche Kapitel verschenken die soziologische Tiefe – die Frage, warum der Profi-Radsport seit 130 Jahren ein französisch-italienisches Bildungsbürger-Phänomen ist, während Skandinavien und USA andere Sportintellektualitäten produzieren, bleibt unaufgenommen. Wir hätten gerne mehr Bourdieu im Wiegetritt gehabt, weniger Sartre.


Fazit: Denkend treten, tretend denken

„Man muss wie ein denkender Mensch handeln und wie ein handelnder Mensch denken“, schrieb Henri Bergson. Guillaume Martin zitiert diesen Satz selbst gerne – und folgt ihm nicht nur auf dem Papier, sondern auf dem Asphalt. Sein Buch ist kein Manifest, sondern eine Einladung. Keine Theorieabhandlung, sondern eine Fahrt. Es ist Popularisierung im besten Sinne: Es macht zugänglich, was sonst akademische Tradition bleibt, ohne es zu trivialisieren.

Für die Berliner Offroad-Szene, die ihre eigene Mischung aus körperlichem Aufwand und kultureller Reflexion pflegt – Distanzfahrten, Lesungen, Magazinarbeit, Werkstattabende –, ist Martin ein verwandter Geist. Wer auf einer Grevet-Strecke nachts irgendwo in Brandenburg steht und sich fragt, was er hier eigentlich tut, hat den exzentrischen Standort schon eingenommen. Martin liefert die Begriffe dafür.

Ein Buch für alle, die glauben, dass Anstrengung nicht dumm macht. Und dass Philosophie nicht nur im Hörsaal lebt, sondern auch im Wiegetritt über einen Pyrenäenpass.

Kaufen, wenn: Du Radsport als Kulturphänomen ernstnimmst, gerne französische Theorie liest oder einfach mal verstehen willst, warum Kant beim Bergaufwiegetritt nicht funktioniert. Auch ein hervorragendes Geschenk für radfahrende Geisteswissenschaftler:innen oder geisteswissenschaftliche Radfahrer:innen.
Nicht kaufen, wenn: Du erwartest, dass dich ein Buch schneller macht. Martin ist Velosoph, kein Coach. Wer Trainingsphilosophie sucht, ist bei Joe Friel besser aufgehoben.

Häufige Fragen zu Guillaume Martin und Sokrates auf dem Rennrad

Wer ist Guillaume Martin?

Französischer Radprofi, Jahrgang 1993, geboren in Paris, aufgewachsen in der Normandie. Master in Philosophie von der Universität Paris-Nanterre mit Schwerpunkt Nietzsche. Aktuell für Groupama-FDJ aktiv. Größte Erfolge: Bergtrikot Vuelta 2020, achter Platz Tour de France 2021. Daneben Autor mehrerer Bücher, Kolumnist bei Le Monde.

Was bedeutet „Velosophie“?

Ein von Martin geprägter Begriff (französisch: vélosophie) für die Philosophie des Radfahrens beziehungsweise die philosophische Reflexion aus der Radsport-Erfahrung heraus. Nicht zu verwechseln mit reiner Sport-Soziologie – Velosophie nimmt den Körper als Erkenntnisorgan ernst.

Wer war Henri Desgrange?

Französischer Journalist, Radsportler und Gründer der Tour de France (1903). Schrieb bereits 1894 mit La Tête et les Jambes das früheste systematische Buch über die intellektuelle Dimension des Rennradfahrens. Hielt 1893 den ersten offiziell anerkannten Stundenweltrekord.

Hat Martin auch andere Bücher geschrieben?

Ja. Auf Französisch sind unter anderem erschienen: Platon vs Platini (2022), Les Gens qui rêvent (2024). Sokrates auf dem Rennrad ist bislang die einzige ins Deutsche übersetzte Arbeit – die anderen warten noch auf deutschsprachige Verlage.

Lohnt sich das Buch auch ohne Philosophie-Vorkenntnisse?

Ja. Martin erklärt seine Denker, ohne sie zu trivialisieren. Wer eine vage Vorstellung von Kant und Nietzsche hat, kommt mit. Wer keine hat, lernt nebenbei einiges. Der eigentliche Charme liegt im Format der fiktiven Tour, nicht in akademischer Tiefe.

Wo bekommt man das Buch in Deutschland?

Beim Covadonga Verlag in Bielefeld, im stationären und Online-Buchhandel. Der gebundene Preis liegt bei 22,80 €.


Über den Autor

Guillaume Martin-Guyonnet, geboren 9. Juni 1993 in Paris, ist einer der profiliertesten französischen Radprofis seiner Generation und zugleich studierter Philosoph. Aufgewachsen in der Normandie (Suisse Normande, Domaine de la Boderie), Master in Philosophie an der Universität Paris-Nanterre mit Schwerpunkt Nietzsche. Profi seit 2016, zunächst bei Wanty, dann acht Jahre bei Cofidis, seit 2025 bei Groupama-FDJ. Bergtrikot der Vuelta 2020, dritter Platz beim Critérium du Dauphiné 2020, achter Platz Tour de France 2021. 2024 mit 14.378 Wettkampf-Kilometern der meistfahrene Profi der Welt. Im April 2025 erste Siege seit drei Jahren bei der Classic Grand Besançon Doubs und der Tour du Jura.

Parallel zum Profileben schreibt Martin Kolumnen für Le Monde, Theaterstücke und Bücher. Sokrates auf dem Rennrad ist sein erstes ins Deutsche übersetztes Werk. Er lebt mit Frau, Kindern und dreizehn Eseln auf dem normannischen Familiengut, das er als autodidaktischer Maurer selbst restauriert hat.

Bibliografische Notiz

Guillaume Martin: Sokrates auf dem Rennrad. Eine Tour de France der Philosophen
Aus dem Französischen von Christoph Sanders
Hardcover, 224 Seiten
ISBN 978-3-95726-049-9
Covadonga Verlag, Bielefeld, 2021
Originalausgabe: Socrate à vélo. Le Tour de France des philosophes, Grasset, Paris 2019
Preis: 22,80 €

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