Mandelmus und Feigenmarmelade als Geschmacksbasis, dazu tropische Trockenfrüchte — Rosinen, Ananas, Mango, Kokoschips. Eine etwas elegantere Variante des amerikanischen PB&J-Klassikers (Erdnussbutter und Marmelade), den Allen Lim seinen Pro-Fahrern in die Trikottaschen steckte. Süßer Reiskuchen für die ersten Stunden, wenn der Magen noch alles akzeptiert.
Wer das erste Mal einen Rice Cake macht, liest erst die Grundlagen: welche Reissorte, wie viel Wasser, welche Konsistenz nach dem Kochen. Hier geht es um die Variation, nicht um das Prinzip.
Zutaten
Für sechs Rice Cakes à etwa 100 Gramm.
- 200 g Klebereis (Sushi- oder Thai-Klebereis)
- 360–400 ml Wasser
- ½ – 1 TL Salz, nach Geschmack
- 25 g Mandelmus
- 75 g Feigenmarmelade (alternativ Aprikose oder Quitte)
- 100 g tropische Trockenfrüchte (Rosinen, Ananas, Mango, Kokoschips)
Feigenmarmelade ist nicht überall im Standardregal. Mediterran-Eck oder Naturkostladen führen sie meist. Wer keine findet: Aprikose und Quitte funktionieren genauso, beides bringt eine angenehme Säure mit. Erdbeer wird zu süß und zu glatt. Wichtig ist eine eher stückige Marmelade, keine glasige Konfitüre — die Stücke geben dem Reiskuchen Textur.
Zubereitung
Aktive Arbeitszeit: 15 Minuten. Kochzeit: 25 bis 30 Minuten. Aushärtezeit: 30 Minuten bis mehrere Stunden, je nach Reissorte und Feuchtigkeit der Masse.
- 1 Klebereis mit Salz und Wasser kochen, bis eine feste, formbare, klebrige Reismasse entstanden ist (Details siehe Grundlagen-Artikel).
- 2 Trockenfrüchte rosinengroß zerkleinern. Erst zum Schluss untermischen, nicht vorher in den Topf geben — wenn man sie mitkocht, saugen sie das Reiswasser auf, der Reis wird zu trocken, die Frucht zu schwer.
- 3 Wenn der Reis fertig ist und noch warm: Mandelmus und Feigenmarmelade unterheben, gleichmäßig verteilen. Die Wärme des Reises macht das Mus weich genug, dass es sich verteilen lässt.
- 4 Trockenfrüchte unterheben.
- 5 Masse auf ein Stück Backpapier geben. Mit einem Holzlöffel oder Reis-Paddle in eine rechteckige Form bringen — nicht mit den Händen. Ist nicht nur eine Frage der Hygiene; der Reis klebt schmerzhaft.
- 6 Solange die Masse noch warm ist, das Backpapier zu einem geschlossenen Paket falten. Zwei Schneidebretter, die man als Druckplatten benutzt, helfen, einen kompakten 2 bis 3 cm dicken Block zu formen.
- 7 Im Backpapier ruhen lassen. Der Reis kühlt ab, nimmt restliche Flüssigkeit auf, härtet aus. Ziel ist ein Riegel, der formstabil bleibt, aber elastisch — eine Viertelstunde reicht oft, mehrere Stunden schaden nichts. Im Kühlschrank geht es nicht schneller, eher im Gegenteil.
- 8 Wenn der Block schneidefähig ist: in sechs Portionen schneiden, einzeln in Backpapier oder Butterbrotpapier wickeln. Falttechnik siehe Grundlagen-Artikel.
Den Block am Ende des Backpapiers anheben — er sollte seine Form behalten und nicht durchsacken. Beim Anschneiden sollte das Messer die Reiskörner durchtrennen, nicht verdrängen. Eine glatte, leicht glänzende Schnittkante ist das Zeichen, dass alles passt. Wenn nicht: weiter ruhen lassen, manchmal noch eine ganze Stunde mehr.
Die Schnittkante ist der ehrlichste Indikator dafür, ob ein Reiskuchen fertig ist.
Varianten
Das Mandelmus lässt sich durch Erdnussmus ersetzen — wird amerikanischer im Geschmack, näher am PB&J-Original. Tahin (Sesammus) gibt einen herberen, östlicheren Ton, passt gut zu Aprikose. Wer Schokolade möchte: einen Esslöffel Kakaopulver in den noch warmen Reis einrühren, vor der Marmelade. Statt tropischer Trockenfrüchte funktionieren auch heimische Sorten — getrocknete Apfelringe, Pflaumen, Birnen, Aprikosen. Das schmeckt weniger karibisch, dafür näher an Brandenburg, was auch eine Tugend sein kann.
Was nicht klappt: frische Früchte (zu viel Wasser, der Reis wird breiig), Schokoladenstücke (schmelzen, klumpen), Honig pur statt Marmelade (zu flüssig, keine Bindung).
Was das kostet
Sechs Rice Cakes à 100 Gramm aus konventionellen Supermarktzutaten kosten etwa 4,70 Euro — rund 78 Cent pro Cake. Mit Bio-Zutaten landet man bei etwa 7,60 Euro oder 1,27 Euro pro Cake.
| Zutat | Menge | Standard | Bio |
|---|---|---|---|
| Klebereis | 200 g | 0,80 € | 1,40 € |
| Mandelmus | 25 g | 0,75 € | 1,10 € |
| Feigenmarmelade | 75 g | 1,50 € | 2,40 € |
| Trockenfrüchte (tropisch) | 100 g | 1,30 € | 2,40 € |
| Salz, Wasser | — | 0,01 € | 0,01 € |
| Energie | — | 0,30 € | 0,30 € |
| Gesamt (6 Cakes) | 4,66 € | 7,61 € | |
| Pro Cake | ~100 g | ~0,78 € | ~1,27 € |
Rice Cakes kosten pro Stück mehr als Honigriegel oder Energiebällchen. Sie sind aber auch eine vollwertigere Mahlzeit — ein Cake liefert rund 280 Kalorien und sättigt deutlich besser. Auf einem mittleren Grevet (250 km, etwa 10–14 Stunden) braucht man drei bis vier davon, plus die kleineren Snacks für die Lücken zwischendrin. Auf kürzeren Grevets (150 km) reichen ein bis zwei. Auf langen Grevets (400 km) sind drei bis vier süße Cakes realistisch — der Rest des Energiebedarfs wird über Maltodextrin, Tankstellen-Mahlzeiten und unterwegs gekauftes Frühstück gedeckt. Alles selbst zu tragen ist auf der Distanz weder von der Menge noch geschmacklich machbar.
Wer das nüchtern rechnen will: Industrieriegel mit vergleichbarer Energiedichte (Sportriegel mit 250 bis 300 kcal) kosten 2,50 bis 3,50 Euro. Sie schmecken aber nach drei Stunden Belastung wie das, wonach sie schmecken — Karton mit Aroma. Ein Reiskuchen schmeckt nach drei Stunden Belastung wie das, was er ist: gewürzter Reis mit Marmelade. Das ist der eigentliche Wert.
Im Einsatz
Ein Rice Cake alle 90 Minuten ist eine vernünftige Faustregel. Sie sind sättigend und liegen auch nach einigen Stunden nicht schwer im Magen. Der süße Cake ist der Snack für die ersten vier bis sechs Stunden einer Tour, bevor der Magen anfängt, sich gegen weitere Süße zu wehren. Davor, in den ersten zwei Stunden, sind Energiebällchen oder ein Honigriegel die kleineren Begleiter. Danach ist der Wechsel zur herzhaften Variante — siehe Porcini e Pancetta — die richtige Antwort.
Auf der Berlinumrundung, einem mittleren Grevet (250 km) oder einer anderen ehrlichen Tagestour ist die Mischung aus drei süßen und drei deftigen Cakes ein Konzept, das uns nicht im Stich gelassen hat. Frühe Stunden süß, späte Stunden deftig, und der Magen bleibt wach. Auf kurzen Grevets ab 150 km reichen oft schon zwei süße Cakes plus kleinere Snacks. Auf langen Grevets (400 km) und Supergrevets bis 830 km wird das Mischkonzept entscheidend: Cakes für die ersten Stunden und als Trikot-Vorrat, Maltodextringetränk im Bottle für die Grundlast, dazu warme Mahlzeiten an Tankstellen und Bäckereien — und für den Notfall die Klassiker Banane, Cola, Salzstangen. Im CXBerlin-Vorbereitungshandbuch heißt es: „Wenn nichts mehr geht: Banane, Cola, Salzstangen. Du brauchst kein Sportfood. Du brauchst Energie.“ Zur Verpackung der einzelnen Cakes — Falttechnik, Materialwahl, Schweißmanagement im Trikot — siehe den Grundlagen-Artikel.
Häufige Fragen
Welche Marmelade statt Feigenmarmelade?
Aprikose und Quitte funktionieren genauso gut, beide bringen eine angenehme Säure mit. Schwarze Johannisbeere ist eine intensivere Variante. Erdbeermarmelade wird zu süß und zu glatt — nicht empfehlenswert. Wichtig ist eine eher stückige Marmelade, keine glasige Konfitüre, weil die Stücke dem Reiskuchen Textur geben.
Sind Sweet Rice Cakes vegan?
Ja, in der Standardvariante. Klebereis, Wasser, Salz, Mandelmus, Marmelade und Trockenfrüchte sind alle pflanzlich. Bei der Marmelade sollte man auf den Hinweis Gelierzucker mit Apfelpektin achten — manche industriellen Marmeladen verwenden Gelatine. Bei Bio-Marmeladen ist das in der Regel kein Thema.
Wie viele Rice Cakes brauche ich für einen Grevet?
Auf einem kurzen Grevet (150 km) reichen ein bis zwei süße Rice Cakes plus kleinere Snacks. Beim mittleren Grevet (250 km) sind drei bis vier realistisch. Auf langen Grevets (400 km) drei bis vier süße Cakes plus drei bis vier herzhafte plus ein Maltodextringetränk im Bottle. Alles selbst tragen klappt jenseits der 400 km nicht — dann kommen Tankstellen-Stopps dazu.
Wie lange halten Sweet Rice Cakes?
In Backpapier eingewickelt bei Raumtemperatur etwa zwei Tage, dann werden sie zunehmend trocken. Im Kühlschrank drei bis vier Tage. Einfrieren funktioniert nicht — die Konsistenz wird mehlig und brüchig. Auf Mehrtagesfahrten produziert man pro Übernachtungsort frisch nach.

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