Langzeittest: Beurer BiteX Go Deep Black.

Sechs Sekunden Schmerz gegen drei Tage Jucken – und warum diese Stadt nach dem Morast benannt ist.

Produkttests · Zwischen Prospekt und Praxis. Hype oder Handwerk? Draußen entscheidet.

Kurzurteil. Der Beurer BiteX Go ist kein Gesundheitsgadget, sondern ein Werkzeug für genau ein Problem: den Mückenstich, der unterwegs passiert und nicht im Bad. Fünf Gramm, keine Batterie, keine App – Strom kommt aus Telefon oder Powerbank. Die Anwendung tut kurz weh, danach ist der Juckreiz weg. Kein Schutz vor Stichen, keine Wirkung gegen Zecken, kein Ersatz für ein Notfallset bei Insektengiftallergie. Eine Saison dauerhaft im Rahmentäschchen, keine Ausfälle. Für alle, die im Sommer in Brandenburg unterwegs sind, gehört er ins Gepäck.

ProduktBeurer BiteX Go Deep Black
PrinzipLokale Wärme (Hyperthermie), beheizte Keramikplatte
TemperaturEine Stufe, Herstellerangabe 50 °C
AnwendungsdauerZwei Modi: 3 s (orange) und 6 s (violett), Umschaltung durch Antippen auf der Haut
Heizfläche50 mm², dazu ein kleines Licht zur Beleuchtung der Einstichstelle
EnergieUSB-C, keine Batterie, kein Akku. Läuft am Smartphone oder an der Powerbank
VerbrauchIm Test unter 1 % einer Powerbankladung pro Anwendung
SchutzartKeine IP-Zertifizierung
Gewicht5 g
Preisca. 23 €
TestdauerEine Saison, dauerhaft im Rahmentäschchen
Herstellerbeurer.com

Berlin heißt Sumpf

Der Bär im Wappen ist eine hübsche Erfindung. Der Sprachforscher Hermann Schall hat 1963 in der Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung gezeigt, dass Berlin ursprünglich gar kein Ortsname ist, sondern ein Flurname – und kein deutscher: Die Wurzel ist slawobaltisch, burl-, und sie lebt im Litauischen in Wörtern fort, die Schall mit „sumpfige Stelle, aufgeweichte Erde, Morast“ übersetzt.

Der Name ist kein Einzelfall, sondern ein Massenphänomen. Schall trägt Dutzende Belege zusammen, und sie liegen alle da, wo wir fahren: Berlinchen im Kreis Calau, Berliniken bei Zerbst, ein Flurstück namens Berlin bei Cottbus, die pluralen „Berline“ in der Niederlausitz – kurze Ackerbeete, die so nass lagen, dass man sie mit dem Spaten bestellen musste. Im Teltow, keine dreißig Kilometer südlich der Stadtgrenze, hieß eine Wiese bei Nunsdorf bis ins zwanzigste Jahrhundert Berlinikin: früher versumpft, später entwässert, mit einer Torfgrube darin, auf der man im Winter Schlittschuh lief. Das ist kein Zufall und keine Anekdote. Das ist ein Landschaftswort, das sich in der Fläche wiederholt, weil die Fläche sich wiederholt.

Interessant wird es dort, wo Schall vorsichtig wird. Die Wurzel hat zwei Bedeutungsäste, und er entscheidet sich für keinen: dünnflüssiger Morast auf der einen Seite – im niederdeutschen Teltow sagte man dazu „Quebbe“, eine Wiese, die unter dem Fuß schwingt –, Aufschüttungen von Sand auf der anderen. Welcher der beiden gilt, sagt Schall, entscheide nur der Blick vor Ort.

Also der Blick vor Ort. Das Berlin, das den Namen behalten hat, war eine Sandinsel in der Spree, zwischen den Hochflächen von Teltow und Barnim, mitten im Urstromtal, in dem der Fluss sich in Arme teilte. Nikolaikirche, Marienkirche, Rotes Rathaus stehen bis heute auf drei Dünenhügeln. Sand, umflossen von Wasser. Beide Bedeutungen treffen zu, und zwar gleichzeitig.

Man muss sich das kurz gefallen lassen: Sand im Sumpf – das ist nicht nur die Etymologie dieser Stadt, das ist auch die Kurzfassung dessen, was wir hier jeden Donnerstag fahren. Wer die Stadt vom Rad aus liest, findet an jeder zweiten Kreuzung den Beleg. Spree, Havel, Panke, Wuhle, Dahme, dazu die Rieselfelder, die Luchwiesen, die Torfstiche, die Kiesgruben, die vollgelaufen sind und jetzt Seen heißen. Wir fahren nicht durch eine Stadt mit Gewässern. Wir fahren durch ein Feuchtgebiet mit Häusern drin.

Feuchtgebiet heißt: stehendes Wasser. Stehendes Wasser heißt: Mücken. Auf dem Rad fühlt sich die Mückensaison längst nicht mehr wie ein Juli-Problem an. Sie fängt im Frühjahr an und zieht sich, je nach Wetter, bis weit in den Herbst. Das ist zunächst nichts als eine Beobachtung aus dem Sattel; die Berliner Gesundheitsbehörden datieren den Saisonbeginn nüchterner, üblicherweise auf den Mai mit steigenden Temperaturen. Was sich sachlich sagen lässt: Wärmere und längere Warmphasen verändern die Bedingungen für Überträger. Arten breiten sich aus, die hier früher nicht überwintern konnten, und mit ihnen Erreger – West-Nil ist in Berlin und Brandenburg inzwischen keine Fußnote mehr. Das ist kein Weltuntergang. Es ist eine Verschiebung, und sie ist auf einer Abendrunde durch die Wuhlheide präziser zu spüren als in jedem Klimabericht.

Für den Radfahrer bedeutet das eine banale, aber unterschätzte Konsequenz: Der Stich passiert unterwegs. Nicht im Bad, wo die Salbe steht, sondern an Kilometer 78, an einer Bank am Wasser, mit Handschuhen an den Händen und ohne Aussicht darauf, in der nächsten Stunde irgendetwas dagegen tun zu können. Und was danach kommt, kennt jeder: zwei Tage Kratzen, eine aufgekratzte Stelle unter dem Trikotärmel, im schlechten Fall eine kleine Entzündung. Die Stadt heißt nach dem Morast. Die Mücken wissen das seit tausend Jahren.

Was das Gerät tut – und was man darüber wissen kann

Der BiteX Go ist ein Stück Keramik von fünfzig Quadratmillimetern, das sich erhitzt und für wenige Sekunden auf die Einstichstelle gedrückt wird. Eine Temperatur, zwei Dauern: drei Sekunden, orange, und sechs Sekunden, violett. Umgeschaltet wird durch Antippen auf der Haut, zweimal kurz für die lange Variante. Dazu ein Licht, das die Stelle beleuchtet. Das ist der gesamte Funktionsumfang. Keine App, keine Installation, kein Umweg über ein Display.

Der Hersteller nennt fünfzig Grad. Unabhängige Messungen kommen auf eine Höchsttemperatur von 47 Grad; die für eine Behandlung nötigen 45 Grad lagen nach fünf Sekunden an. Das ist keine Enthüllung, sondern die übliche Differenz zwischen Datenblatt und Messgerät, und sie ist für den Anwender folgenlos – es wird heiß genug. Erwähnenswert ist sie trotzdem, weil sie zeigt, wie schmal der Korridor ist, in dem dieses Gerät arbeitet: ein paar Grad unter der Schmerzgrenze, ein paar Sekunden über der Wirkschwelle.

Über den Wirkmechanismus wird seit Jahren eine angenehm einfache Geschichte erzählt: Die Hitze denaturiere die Proteine des Insektenspeichels und würge die Immunreaktion ab, bevor sie richtig anläuft. Das klingt so plausibel, dass es sich fast von selbst verkauft. Nur ist die Sache wissenschaftlich weniger aufgeräumt. Der genaue Mechanismus ist nicht abschließend geklärt; diskutiert wird inzwischen vor allem, wie der kurze Hitzereiz die Weiterleitung von Juckreiz und Schmerz beeinflusst. Die Wirkung lokaler Wärme ist besser belegt als die populäre Erklärung dafür.

Die Wirkung lokaler Wärme ist besser belegt als die populäre Erklärung dafür.

Belegt heißt nicht: bewiesen bis zur letzten Nachkommastelle. Eine 2023 publizierte Auswertung konzentrierter Wärmeanwendung stützt sich auf über 12.000 behandelte Stiche von rund 1.750 Teilnehmern und berichtet eine deutliche Reduktion von Juckreiz und Schmerz, bei Mückenstichen bereits innerhalb der ersten Minute und stärker noch nach fünf bis zehn Minuten. Für einen Gegenstand, dessen gesamte Funktion in sechs Sekunden Hitze besteht, ist das erstaunlich gut untersucht. Es ist aber keine doppelblinde Zulassungsstudie, und wer die Zahlen liest, sollte zuerst nachsehen, wer sie erhoben hat.

Meine Erfahrung über eine Saison ist enger und ärmer als jede Statistik: Je früher ich das Gerät benutze, desto zuverlässiger verschwindet der Stich aus meiner Wahrnehmung. Das ist kein klinischer Befund. Es ist der Grund, warum der Heiler im Rahmentäschchen liegt und nicht im Badezimmerschrank.

Der Schmerz

Die lange Stufe tut weh. Nicht dramatisch, aber deutlich: ein scharfes, punktuelles Brennen, das kurz vor der Grenze zum Reflex liegt, die Hand wegzuziehen. Man zählt mit. Man wird beim zweiten Mal nicht mutiger. Am Handgelenk und am Unterarm ist es auszuhalten, an dünnerer Haut – Innenseite Oberarm, Knöchel – ist es unangenehm genug, dass man zur kurzen Stufe greift und lieber zweimal ansetzt.

Das ist der Handel, den das Gerät anbietet, und er ist ehrlich: sechs Sekunden, die man spürt, gegen drei Tage, die man sonst kratzt. Wer diesen Tausch nicht machen will, braucht das Ding nicht. Wer schon einmal mit einer aufgekratzten Wade in einem Zeltplatzduschbecken stand, macht ihn ohne Zögern.

Praktisch relevant ist dabei etwas, das in keinem Prospekt steht: Das Telefon ist beim Vorgang Teil des Geräts. Man steckt den Heiler in die Buchse, hält das Ganze wie einen kleinen Brandstempel und drückt die Keramikplatte auf den Arm. Das ist keine elegante Einhandbedienung, sondern ein Telefon mit einem heißen Dorn dran. Wer eine Hülle mit tiefer Aussparung fährt, sollte vorher prüfen, ob der Stecker überhaupt sitzt.

Zwei Details versöhnen einen damit, und beide zeigen, dass hier jemand an den Abend gedacht hat. Erstens leuchtet das Gerät die Einstichstelle aus. Das klingt nach Gimmick, bis man um halb elf an einer Bank am Kanal sitzt, ohne Stirnlampe, und eine Quaddel an der Innenseite des Oberarms treffen soll, die man nicht sieht, sondern nur spürt. Zweitens läuft die Umschaltung zwischen drei und sechs Sekunden über Antippen auf der Haut – man muss also nicht auf ein Display sehen, das man ohnehin nicht sieht. Das sind die Entscheidungen, an denen man merkt, ob ein Gerät für den Nachttisch oder für draußen gebaut wurde.

Warum dieser und nicht der Testsieger

Die Geräte sind sich in dem, was sie tun, ähnlicher, als die Marketingabteilungen zugeben würden. Wer den BiteX Go in die Hand nimmt, merkt zuerst, wie wenig da ist: klein genug, um in der Handfläche zu verschwinden, so leicht, dass man ihn im Täschchen nicht wiegt, sondern sucht. Robust genug jedenfalls, dass eine Saison Sand, Schweiß und Rüttelpiste keine Spuren hinterlassen hat, die der Rede wert wären. Der Unterschied aber, der für die Rahmentasche wirklich zählt, ist ein anderer, und er ist so klein, dass ihn kein Testportal erwähnt: Der Deckel wird geschraubt, nicht gesteckt. Ein gesteckter Deckel ist in einem Täschchen, das ein Jahr lang über Brandenburger Sandpisten geschüttelt wird, ein Deckel auf Zeit. Er löst sich, wandert an den Boden, geht verloren, und was bleibt, ist eine offene Keramikplatte im Staub zwischen Schlauch und Reifenhebern. Ein geschraubter Deckel bleibt dran. Das ist der ganze Grund.

Eine Schutzart nennt Beurer nicht. Keine IP-Zertifizierung, keine Zusage, was das Gerät an Wasser verträgt – und wer ein Rahmentäschchen an einem Gravelrad kennt, weiß, dass darin im Herbst nichts trocken bleibt, was nicht trocken bleiben will. Eine Saison hat es überstanden, mit Regen, Spritzwasser und dem, was aus einem verschwitzten Trikot in ein Täschchen läuft. Die naheliegende Erklärung ist die Bauart: Ohne Batterie gibt es im Gerät keinen Stromkreis, der dauerhaft unter Spannung steht. Was keinen Strom führt, kann auch nicht korrodieren, während es in der Tasche liegt. Das ist eine Vermutung, kein Prüfbericht – aber es ist die Vermutung, die zur Beobachtung passt.

Dazu kommt, dass die Abdeckung eine Öse trägt: Der Heiler lässt sich an einen Schlüsselbund oder ein Bändchen hängen. Das klingt nach einer Nebensache und ist es nicht, denn beide Eigenschaften greifen ineinander. Die Öse sitzt am Deckel – ein Deckel, der sich löst, nimmt die Befestigung mit. Was befestigt werden kann, bleibt auffindbar. Was lose in einer Tasche liegt, wandert unter alles andere und wird genau dann nicht gefunden, wenn es dunkel ist und man in Handschuhen wühlt.

Der eigentliche Konkurrent ist ohnehin nicht der bite away, sondern das Gerät, das in den Testportalen vorne liegt: der heat it Classic, ebenfalls am Telefon betrieben, in den Testportalen mit der besseren Note. Der Grund für die bessere Note ist zugleich der Grund, warum er hier nicht im Täschchen liegt. Er braucht eine App. Man muss also, um einen Mückenstich zu behandeln, erst Software installieren. Für ein Testcenter ist das eine Ausstattungsfrage und bringt Punkte, weil es Einstellmöglichkeiten schafft. Am Kanal, um halb elf, bei acht Prozent Restladung, ist es das Gegenteil einer Ausstattung. Der BiteX Go verzichtet darauf, und dieser Verzicht kostet ihn im Testcenter Punkte, die er auf dem Rad zurückgewinnt.

Und dann, weil Ehrlichkeit hier billiger ist als Rechtfertigung: Es ist schwarz. Der Hersteller schreibt das sogar in den Modellnamen – Deep Black –, und wer eine Farbe in den Produktnamen hebt, weiß genau, dass sie mitverkauft. Sie hat mitverkauft. Das ist kein Argument, das eine Funktion beschreibt, sondern eine Vorliebe, und wer in einem Magazin, das gegen Konsumästhetik anschreibt, so etwas verschweigt, macht sich zum Heuchler. Also steht es hier. Es hat die Kaufentscheidung mitgetragen, nicht sie begründet.

Bleibt die Frage, warum überhaupt ein Gerät und nicht die Tube. Fenistil kostet weniger und wiegt kaum mehr. Nur ist eine Tube ein Verbrauchsgut: Sie geht zur Neige, ohne es anzukündigen, sie wird im Sommer in der Rahmentasche warm und dünnflüssig, sie hinterlässt Fett an den Fingern, mit denen man gleich wieder ins Lenkerband greift, und irgendwann läuft sie in genau dem Täschchen aus, in dem auch das Werkzeug liegt. Der Heiler kennt keinen Füllstand. Er ist ein Gegenstand, kein Vorrat.

Was es nicht kann

Der Stichheiler wirkt gegen den Juckreiz. Er wirkt nicht gegen das, was ein Stich sonst noch mitbringen kann. Er verhindert keine Krankheitsübertragung, er ersetzt keinen Mückenschutz, und bei Zecken hat er nichts verloren – eine Zecke wird mit der Zange entfernt, nicht erhitzt, und die Stelle wird anschließend beobachtet. Wer nach einem Stich Fieber, Kopfschmerzen oder eine wandernde Rötung entwickelt, hat kein Juckreiz-, sondern ein Arztproblem.

Grenzen

Nicht an Augen, Schleimhäuten oder offener, aufgekratzter Haut anwenden. Wer eine bekannte Insektengiftallergie hat, braucht ein Notfallset und einen Plan, kein Wärmegerät. Bei stark reduziertem Temperaturempfinden – etwa infolge einer Neuropathie – ist Vorsicht geboten, weil die Rückmeldung fehlt, die den Anwender sonst schützt. Bei Kindern nur nach Herstellervorgabe und nicht ohne Aufsicht. Und bei Anzeichen einer allergischen Allgemeinreaktion – Atemnot, Schwindel, Schwellung im Gesicht oder Rachen – gilt die 112, nicht die Keramikplatte.

Die EDC-Frage

Beim PB 470 war das Argument, dass gutes Werkzeug verschwinden will: kein Fräsdesign, keine Anodisierung, keine Funktion, die es nur gibt, damit sie auf der Verpackung stehen kann. Der Stichheiler steht in derselben Logik, nur von der anderen Seite. Er kann exakt eine Sache, und er kann sie so kompakt, dass die Frage, ob man ihn mitnimmt, sich nach zwei Wochen nicht mehr stellt. Er liegt einfach im Täschchen. Man vergisst ihn – bis zu dem Abend, an dem man ihn braucht.

Das ist das eigentliche Kriterium für alles, was dauerhaft mitfährt: nicht, wie gut es ist, wenn man es benutzt, sondern wie wenig es kostet, wenn man es nicht benutzt. Ein Gramm, das man täglich mitschleppt und nie braucht, ist teurer als ein Gramm, das einmal im Sommer eine Nacht rettet. Der BiteX Go wiegt fünf davon. Die Testportale prüfen, ob das Gerät heiß wird, ob die Leuchtdioden unterscheidbar sind und wie viele Tasten es hat. Alles richtig, alles beantwortbar an einem Schreibtisch. Die Frage, die sich am Wegrand stellt, ist eine andere: Verdient dieser Gegenstand einen Platz in einem Raum, der nicht größer wird?

Beim Stichheiler geht diese Rechnung auf, und der stärkste Punkt dabei ist der unspektakulärste: Er hat keine Stromquelle. Keine Knopfzelle, die im Winter im Täschchen ausläuft. Kein Akku, der nach drei Jahren nicht mehr kann. Kein Ladestand, der im April eine Aussage über den August wäre. Er zieht seinen Strom aus dem, was ohnehin mitfährt – Telefon oder Powerbank, USB-C, dasselbe Kabel wie für Licht und Computer. Der Verbrauch lag im Test unter einem Prozent einer Powerbankladung; unabhängige Messungen rechnen mit rund tausend Anwendungen pro Telefonladung. Gemessen an dem, was eine durchkratzte Nacht kostet, ist das kein Preis, sondern ein Rundungsfehler.

Funktioniert auch mit Powerbank oder z.B. Lampenakkus

Die Kehrseite ist die Abhängigkeit. Ohne geladenes Telefon oder Powerbank ist der Heiler ein Stück Keramik. Wer nachts unterwegs ist, das Telefon als Navigation laufen lässt und bei acht Prozent Restladung an einer Bank sitzt, wird für einen Mückenstich keinen Strom abzweigen wollen – und steht dann wieder da, wo er ohne das Gerät auch stünde. Das ist kein Konstruktionsfehler. Es ist die Rechnung, die man akzeptiert, wenn man auf eine eigene Batterie verzichtet, und sie geht in einer Ausrüstung auf, in der ohnehin eine Powerbank liegt. In einer, in der keine liegt, geht sie nicht auf.

Fazit

Berlin bleibt ein Sumpf, und der Sumpf wird länger warm. Fünf Gramm dagegen sind ein guter Kurs. Der BiteX Go tut eine Sache, tut sie ohne App und ohne eigene Batterie, und er tut sie dort, wo der Stich passiert – nicht zu Hause, sondern an Kilometer 78. Das ist keine Empfehlung, die sich in Sternen ausdrücken lässt. Es ist eine Entscheidung über einen Platz im Täschchen, und der ist knapper als jedes Budget.

Verdient dieser Gegenstand einen Platz in einem Raum, der nicht größer wird?

Positiv

  • Fünf Gramm. Man merkt ihn nicht, bis man ihn braucht
  • Keine eigene Stromquelle – nichts, was ausläuft, altert oder im April leer ist
  • Keine App, keine Installation, kein Umweg über ein Display
  • Licht an der Einstichstelle. Klingt nach Gimmick, ist es nach Sonnenuntergang nicht
  • Umschaltung durch Antippen auf der Haut – kein Blick aufs Gerät nötig
  • Geschraubter Deckel, Öse zur Befestigung. Bleibt heil, bleibt auffindbar
  • Verbrauch im Rundungsfehlerbereich
  • Eine Saison Sand und Schweiß, keine Ausfälle

Neutral

  • Die Anwendung tut weh. Sechs Sekunden gegen drei Tage – das ist der Handel
  • Nur eine Temperaturstufe. Im Testcenter ein Minus, in der Praxis egal
  • Herstellerangabe 50 °C, gemessen wurden 47 °C. Folgenlos, aber es sei gesagt
  • Das Telefon wird beim Vorgang Teil des Geräts. Elegant ist anders
  • Keine IP-Zertifizierung. Eine Saison im Täschchen hat es trotzdem überstanden

Negativ

  • Ohne geladenes Telefon oder Powerbank ist er ein Stück Keramik
  • Hüllen mit tiefer Aussparung können den Stecker blockieren – vorher prüfen
Quellen

Hermann Schall: Berlin – ein slawobaltischer Flurname. In: Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung auf dem Gebiete der Indogermanischen Sprachen, 78. Bd., 1./2. H. (1963), S. 126–146. — Metz M. et al. (2023): Efficacy of Concentrated Heat for Treatment of Insect Bites. A Real-world Study. Acta Dermato-Venereologica 103, adv11592. DOI: 10.2340/actadv.v103.11592 (Studie unter Beteiligung des heat-it-Herstellers Kamedi GmbH). — Messwerte zu Temperatur und Aufheizdauer des Beurer BiteX Go: CHIP-Testcenter (2026). — Saisonbeginn der Stechmückensaison und Hinweise zur Asiatischen Tigermücke: Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege Berlin (2025). — West-Nil-Virus in Deutschland: Robert-Koch-Institut, Saison 2026; zur lokalen Zirkulation in Berlin: Patzina-Mehling et al. (2026): Fine-scale heterogeneity and local amplification of West Nile virus in urban environments in Berlin. Nature Communications 17, 4597.

Erster Artikel der Rubrik: PB Swiss PB 470 BikeTool — Schraubenschlüssel als Haltung.

Transparenzhinweis

Der Beurer BiteX Go wurde selbst gekauft. Es handelt sich um einen unbezahlten Post. Keine Kooperation, kein Testmuster, keine Vergütung.

Beurer – beurer.com

Häufige Fragen zum BiteX Go

Hilft der Stichheiler auch bei Zecken?

Nein. Eine Zecke wird mit einer Zange oder Karte entfernt, nicht erhitzt. Hitze am Zeckenkörper gilt als kontraproduktiv, weil sie das Tier zusätzlich reizen kann. Der Heiler ist ein Gerät gegen Juckreiz, kein Gerät gegen Krankheitsübertragung.

Funktioniert der BiteX Go ohne Smartphone?

Nur mit einer anderen USB-C-Stromquelle. Eine Powerbank reicht, das Gerät hat keine eigene Batterie. Ohne Strom ist es ein Stück Keramik.

Braucht man eine App?

Nein, und das ist der Unterschied zum Testsieger der Portale. Der BiteX Go arbeitet ohne Software. Umgeschaltet wird zwischen drei und sechs Sekunden durch Antippen auf der Haut.

Tut die Anwendung weh?

Ja, kurz. Der Sechs-Sekunden-Modus brennt deutlich, der Drei-Sekunden-Modus ist die mildere Variante für empfindliche Haut. Das ist der Handel, den das Gerät anbietet: sechs Sekunden, die man spürt, gegen drei Tage, die man sonst kratzt.

Hilft er auch, wenn der Stich schon aufgekratzt ist?

Auf offener Haut wird er nicht angewendet. Dann bleibt nur, die Stelle sauber zu halten und zu beobachten.

Ist der BiteX Go wasserdicht?

Beurer nennt keine IP-Schutzart, es gibt also keine Zusage. In der Praxis hat das Gerät eine Saison im Rahmentäschchen überstanden, samt Regen und Spritzwasser. Ein Grund dürfte die Bauart sein: Ohne eigene Batterie steht im Gerät nichts dauerhaft unter Spannung. Absichtlich untertauchen sollte man es trotzdem nicht.

Wie viel Strom zieht das Gerät aus dem Telefon?

Wenig. Im Test lag der Verbrauch unter einem Prozent einer Powerbankladung pro Anwendung; unabhängige Messungen rechnen mit rund tausend Anwendungen pro Telefonladung.

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