Bikehack: Sealant-Flaschen wiederbefüllen – mit Hilfe von Frischhaltefolie

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Die kleinen Sealant-Flaschen in ‚Reisegröße‘ kann man eigentlich problemlos wiederauffüllen. Manchmal sind sie auch gar nicht leer, sondern nur verklebt. Dabei reicht ein Stück Frischhaltefolie, um sie dauerhaft wiederbefüllbar und auslaufsicher zu machen.


Wer tubeless fährt, kennt das Wegwerfproblem: Reifendichtmilch kommt in kleinen Spitzflaschen zu 60 bis 125 ml – handlich für unterwegs, zum Einfüllen durchs Ventil oder über den Reifenwulst. Die größeren Gebinde mit einem Liter oder mehr sind pro Milliliter deutlich günstiger, taugen aber nichts für unterwegs und lassen sich ohne die feine Tülle nicht sauber dosieren. Also landen die leeren kleinen Flaschen im Müll, und es wandert eine neue in Reisegröße in den Warenkorb.

Der Trick ist simpel: Ein kleines Stück Frischhaltefolie zwischen Flaschenhals und Schraubverschluss legen, bevor man zudreht. Damit lässt sich jede leergewordene Spitzflasche aus dem Großgebinde nachfüllen – beliebig oft.

Die Folie dichtet ab, unterstützt vom Sealant, und hält die Einfülltülle frei: Sealant kriecht nicht mehr in die Spitze und trocknet dort nicht ein.

Die meisten Sealant-Flaschen sind nicht leer, wenn man sie wegwirft – sie sind zugeklebt.

So geht’s

  1. 1 Leere Spitzflasche aufschrauben und kurz mit Wasser ausspülen, falls eingetrocknete Reste am Hals kleben.
  2. 2 Sealant aus dem Großgebinde einfüllen – vorher gut schütteln, die Partikel setzen sich am Boden ab. Ein kleiner Trichter oder eine ruhige Hand reicht.
  3. 3 Ein Stück Frischhaltefolie über die Öffnung legen und den Schraubverschluss darüber festdrehen. Überstehende Folie abreißen.
  4. 4 Zum Dosieren die Spitze abschrauben, Folie abnehmen und Milch einfüllen, dann die Spitze wieder schließen. Die Folie gegebenenfalls wieder montieren, sofern die Flasche nicht komplett geleert wurde – so bleibt sie auch teilbefüllt dicht.

Das zahlt sich auch unterwegs aus. Man kann die Flasche teilweise leeren – nur einen Reifen nachfüllen, eine frische Portion ins Ventil drücken – und sie danach wieder dicht verschließen. Die Folie unter dem Deckel verhindert, dass die angebrochene Flasche in Trikottasche, Rahmentasche oder Rucksack ausläuft. Eine halbvolle Spitzflasche wird so zum Pannenhelfer statt zur Sauerei.

Tipp

Der Trick funktioniert mit jeder Spitzflasche, die einen Schraubverschluss über der Tülle hat. Nicht jedes System ist so gebaut: Manche Hersteller liefern die Milch im Aufschraubbeutel oder mit fest verbauter Düse – da gibt es nichts zum Wiederverschließen. Wer beim Nachfüllen verschiedene Milch-Sorten nicht mischen will, beschriftet die Flasche kurz mit wasserfestem Stift.

Achtung

Sealant bleibt nur in Bewegung dicht: Vor jedem Einfüllen die Flasche kräftig schütteln, sonst landet vor allem Flüssigkeit im Reifen und die abdichtenden Partikel bleiben im Gebinde zurück. Angebrochene Großgebinde nicht ewig lagern – einmal geöffnet, altert die Milch schneller. Latex-basierte Milch nicht in der Kälte aufbewahren.

Ein Stück Folie, ein Großgebinde, und die kleine Spitzflasche hält eine ganze Saison statt einer Füllung. Weniger Plastik, weniger Kosten pro Milliliter, ein Verschluss, der nicht verklebt – und eine angebrochene Flasche, die man bedenkenlos in die Tasche steckt.

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