Buchrezension · Wenn der Tour-Sieger über die Berge schreibt, die er hochgekämpft hat.

Geraint Thomas: Radsportberge (und wie ich sie sah) – Ein Tour-Sieger erzählt 25 Anstiege

In einer Sportart, in der die Helden an Berghängen geschmiedet werden, ist das Steigenkönnen nicht nur physische Leistung, sondern Charakterprüfung. Wer Mont Ventoux oder Alpe d’Huez heißt, hat einen Mythos im Namen tragen, der älter ist als die Karrieren der meisten lebenden Fahrer. Genau hier setzt Radsportberge (und wie ich sie sah) an: der walisische Tour-Sieger Geraint Thomas erzählt – mit Co-Autor Tom Fordyce – aus erster Hand, wie sich diese Anstiege wirklich anfühlen, wenn man sie nicht als Tourist mit Bidonbeutel, sondern im Pulk von 180 Profis am Limit hochfährt.

Eine Buchbesprechung über Geraint Thomas‘ drittes Buch aus der „According to G“-Reihe – ein walisisches Selbstporträt in 25 Anstiegen. Von Rhigos in Südwales über Tourmalet und Mortirolo bis Sa Calobra auf Mallorca: Thomas durchquert die Berge seiner Karriere mit Selbstironie, Insiderwissen und der entwaffnenden Lässigkeit eines Mannes, der 2018 die Tour de France gewann und gar nicht groß behauptet, das sei besonders.


Kurzurteil. Ein angenehm unprätentiöses Profi-Buch, das genau das ist, was die englische Originalausgabe verspricht: „the cyclist’s secret manual“. Thomas und sein Ghostwriter Tom Fordyce haben ein Pub-Stories-Format gefunden, das die Mythos-Ebene der Klassiker mit der nüchternen Pragmatik eines Profi-Pelotons verbindet – ohne Pathos, ohne Profilierungsdrang, mit ehrlichem walisischem Augenzwinkern. Wer Pearson für die flämische Kultur liest und Maso für die Tour-Soziologie, liest Thomas, um zu verstehen, wie ein Profi denkt, wenn die Rampe steiler wird als die eigene Lust. Schwächen: keine Fotos, eine etwas zufällige Berg-Auswahl, manchmal arg light. Aber für 16,80 € ein gutes Geschenk an radfahrende Freunde – oder an sich selbst, fürs Wartezimmer.

Die „According to G“-Reihe: Buch Nummer drei

Erste Verständigung darüber, was hier eigentlich vorliegt: Radsportberge (und wie ich sie sah) ist nicht das große Hauptwerk eines schreibenden Radprofis, sondern Buch Nummer drei einer mittlerweile etablierten Reihe. Die englische Originalausgabe heißt Mountains According to G (Quercus, Oktober 2020) und schließt an The World of Cycling According to G (2015) und The Tour According to G (2018, Thomas‘ Tour-Sieger-Buch) an. Beide Vorgängerbände erschienen in den UK-Bestsellerlisten, beide wurden mit Tom Fordyce als Co-Autor geschrieben.

Das macht die Tonlage von Radsportberge verständlich: Es ist nicht das große Profi-Memoir, sondern eine Spin-off-Vertiefung eines spezifischen Themas, mit dem die Reihe schon vorher gearbeitet hat. Im Originalband The World of Cycling gab es ein Kapitel mit dem Titel „Climbing“, das auf sieben Seiten endete mit einer Variation auf Greg LeMonds berühmten Spruch: „We all hurt, we just do so at different speeds.“ Daraus ist 2020 ein eigenes Buch geworden – 244 Seiten in der englischen Originalausgabe, 256 in der deutschen Übersetzung, illustriert von Bruce Doscher.

Wer ist Tom Fordyce?

Britischer Sportjournalist, BBC-Veteran, Co-Autor mehrerer Sportler-Bücher. Hat die ganze „According to G“-Reihe mitgeschrieben. In englischen Rezensionen wird er gelegentlich als „Ghostwriter“ bezeichnet – Thomas selbst nennt ihn in seinen Podcasts und Interviews aber nie so, sondern als gleichberechtigten Mitautor. Sein Verdienst: Er hat einen Schreibstil gefunden, der wie Thomas selbst klingt – walisisch-trocken, mit der typischen britischen Unterstatement-Disziplin. „Geraint Thomas telling you tall stories in the pub“, schreibt das Wales Arts Review über den Ton des Buchs. Genau diese Pub-Atmosphäre macht die Lektüre angenehm.

Welche 25 Anstiege? Eine Reise mit Lücken

Die Berg-Auswahl ist persönlich, nicht systematisch: Thomas behandelt nur Anstiege, die er selbst gefahren ist – in Training oder Rennen. Das macht das Buch authentisch und gleichzeitig unvollständig. Der Mont Ventoux etwa erhält kein eigenes Kapitel – obwohl Thomas ihn an mehreren Stellen erwähnt, vor allem im Tourmalet- und Alpe-d’Huez-Kapitel als Referenzmaßstab. Auch viele Klassiker der Vuelta fehlen, ebenso wie die meisten Schweizer Pässe.

Die geographische Gliederung des Buchs ist klar strukturiert: UK (Rhigos, The Tumble, Cat and Fiddle), Belgien (Oude Kwaremont, Koppenberg), Niederlande (Cauberg), Mallorca (Sa Calobra, Puig Major), Portugal (Malhão), Australien (Willunga), Teneriffa (Bumpy, Vilaflor, Chirche), Österreich (Sölden), Italien (Cipressa & Poggio, Stelvio, Mortirolo), Monaco (Col de la Madone, Col d’Èze), USA (Saddle Peak: Las Flores in Los Angeles), und Frankreich als größter Block (Planche des Belles Filles, Col du Portet, Tourmalet, Galibier, Alpe d’Huez). Macht zusammen 25. Die Reihenfolge folgt Thomas‘ Karriere und Trainingsorten, nicht der Berühmtheit der Anstiege – das macht das Buch persönlich und gleichzeitig fragmentarisch.

Die walisische Eröffnung.

Das schönste am Buch ist sein Anfang: Thomas startet nicht in den Alpen, sondern in Südwales – mit jenen Anstiegen, an denen er als Vierzehnjähriger beim Junioren-Klub Maindy Flyers seine ersten Sonntags-Touren gefahren ist. „You cut your teeth on Rhigos. You make your name on the Bwlch. You establish it on the Tumble“, schreibt er. Das ist Lokalkolorit auf höchstem Niveau – die alten Klubkollegen, die den Jüngeren zuflüstern: „Boys, it’s brutal. Toughest climb in South Wales this one. You’ll find nothing longer and steeper, lads.“ Pearson hätte in Flandern ähnliche Sätze gehört. Thomas ehrt damit seine Herkunft – und macht zugleich klar, dass die Mythenmacherei nicht erst in den Pyrenäen anfängt, sondern in jedem Cardiff-Vorort.

Cricket-Fans können nicht bei Lord’s batten, Fußball-Fans schießen nicht in Wembley. Aber jeder Radler kann den Tourmalet fahren – das ist der besondere Reichtum unseres Sports.

Was Thomas weiß, was Hobby-Radler nicht wissen

Die wertvollsten Passagen sind die, in denen Thomas Insider-Wissen weitergibt, das man sonst nirgends bekommt. Auf dem Oude Kwaremont und Koppenberg erklärt er die Positionierungs-Kunst – wer wann wo im Pulk fahren muss, um in den engen Pavé-Sektoren nicht hinten zu landen. Auf dem Tourmalet beschreibt er, wie man Energie spart, wenn man weiß, dass der Hubraum noch nicht zählt. Auf dem Mortirolo empfiehlt er das eigene Tempo: „a road that makes no sense“, ein Anstieg ohne Logik, der sich nur durch Akzeptanz fahren lässt, nicht durch Konkurrenz. Über Sa Calobra, den Mallorca-Klassiker, lässt Thomas eine seiner besseren Pointen ab: Chris Hoy habe ein Rennrad seiner eigenen Marke nach dem Anstieg benannt – „despite going up it as often as I’ve had caviar for tea“. Walisischer Witz in Reinkultur.

Die Stelvio-Passage ist sprachlich die schönste. Thomas beschreibt den Pass als „strawberry bootlace pulled out of the packet, all bent back on itself and going on, and on and on“. Wer den Stelvio jemals von oben gesehen hat – 48 Kehren in serpentinösen Schleifen –, weiß sofort, was gemeint ist. Solche Bilder hat Thomas in fast jedem Kapitel: Sie machen die Anstiege erkennbar, ohne sie sakral aufzuladen.

Die Drei-Bösewichte-Liste.

In einer Passage benennt Thomas die drei schlimmsten Anstiege seiner Karriere – die „trio of brutes“: Sölden in Österreich („the big Swiss, sorry Austrian bastard“), Col du Portet in den Pyrenäen („two horrible climbs in one“) und Mortirolo in Italien. Der Portet ist eine biografisch wichtige Wahl: Es war die Etappe der Tour 2018, nach der Chris Froome seinem Teamkollegen Thomas signalisierte, dass er nun in dessen Dienst fahren werde. Eine Geste, die den Tour-Sieg Thomas‘ eingeläutet hat – und die er hier ohne große Geste erwähnt.

Die Alpe-d’Huez-Erinnerung 2018

Das emotional zentrale Kapitel ist erwartbar Alpe d’Huez – der Berg, auf dem Thomas am 19. Juli 2018 seinen Tour-Sieg de facto zementierte, mit einem Etappensieg vor Tom Dumoulin, Romain Bardet, Mikel Landa und Chris Froome. Thomas beschreibt die 21 Kehren, die 13,8 Kilometer, die 41 Minuten Kletterzeit, die dichten Zuschauer-Trauben am Streckenrand, die für die Fahrer nur einen Spalt offenließen. Auch das Spucken durch Team-Sky-Gegner kommt vor – kurz, sachlich, ohne Selbstmitleid.

Die Passage zum Sieg ist erstaunlich zurückhaltend. Thomas erzählt sie nicht als persönliches Heldenstück, sondern als kollektive Erinnerung. Das ist die walisische Tugend dieses Buchs: Es kennt seinen eigenen Wert, ohne ihn auszuspielen. Wer ein triumphales Tour-Sieger-Buch erwartet (wie es Lance Armstrongs It’s Not About the Bike war), wird hier enttäuscht. Wer dagegen ein Buch aus der zweiten Hälfte einer langen Karriere sucht – geschrieben von einem Profi, der genau weiß, dass er Glück und harte Arbeit nicht trennen kann –, findet hier seine Form.

Auf Alpe d’Huez wurde Thomas 2018 zum Tour-Sieger. In seinem Berg-Buch ist das eines von 25 Kapiteln. Diese Proportion macht das Buch sympathisch.

Was das Buch mit Barthes‘ Ventoux nicht macht

Eine interessante Auslassung: Roland Barthes hatte 1957 in den Mythen des Alltags über den Mont Ventoux geschrieben, er sei „ein Gott des Bösen, dem geopfert werden muss. Ein wahrer Moloch, Despot der Radfahrer, er verzeiht den Schwachen nie und fordert ungerechte Tribute des Leidens.“ Das ist hohes Pathos, und es liegt jenseits dessen, was Thomas und Fordyce sich erlauben. Der Ventoux erhält in Radsportberge kein eigenes Kapitel – obwohl Thomas ihn an mehreren Stellen als Referenzmaßstab heranzieht, etwa im Tumble-Kapitel („It’s like Mont Ventoux in the way it just sticks up from its surroundings“) oder im Alpe-d’Huez-Kapitel mit der Empfehlung: „If you only ride two climbs in the world, ride Alpe d’Huez and Mont Ventoux.“ Der Berg ist also präsent, aber nicht protagonistisch.

Das passt zur Tendenz des Buchs: Wo Maso die Mythenproduktion analysiert und Pearson die Mythenkultur erlebt, lebt Thomas einfach mit den Bergen, ohne ihre Aufladung mitzubehaupten. Die Alpen nennt er „functional: up, more up, wide roads, sensible roads“ – einmal scherzt er sogar, sie könnten *„sometimes be in Germany they’re so functional“*. Die Pyrenäen und Vogesen findet er dagegen „flamboyant“, weniger international, lokaler, persönlicher. Das ist nicht Theologie, das ist Berufsbeurteilung – und genau dieser nüchterne Blick macht das Buch zur willkommenen Ergänzung zur Mythen-Literatur.


Wo Thomas heute steht: Karriere-Ende 2025, INEOS-Director

Eine wichtige Aktualisierung, die das Buch von 2020 noch nicht haben konnte: Geraint Thomas hat im Oktober 2025 nach 19 Profi-Jahren seine aktive Karriere beendet – beim Tour of Britain, der dieses Jahr in Cardiff endete. Sein letztes Tour-de-France-Antreten (die 14. Tour seines Lebens, nur Joop Zoetemelk und Lucien van Impe haben mehr Tour-Teilnahmen unter Tour-Siegern) endete im Juli 2025 auf den Champs-Élysées. Im November 2025 wurde Thomas zum Director of Racing bei INEOS Grenadiers ernannt – eine neu geschaffene Rolle im Management-Team unter Sir Dave Brailsford.

Das macht Radsportberge rückblickend zu einem Buch aus der Mitte der Karriere – nicht zu früh, nicht zu spät. 2020 war Thomas 34, Tour-Sieger seit zwei Jahren, noch nicht am Ende. Heute kann man die Berg-Beschreibungen mit einem zusätzlichen Bewusstsein lesen: Sie sind das, was bleibt, wenn der Mann, der sie gefahren ist, sie nicht mehr fährt. Ein Profi-Berg-Buch hat eine andere Halbwertszeit als ein Trainings-Ratgeber – die Anstiege bleiben, die Beobachter wechseln. Thomas hat geschrieben, solange er noch im Sattel saß. Das macht den Text glaubwürdiger als jede Nachbetrachtung.

Wales bleibt im Spiel: Tour 2027 endet die UK-Etappen in Cardiff.

Eine schöne biografische Klammer: Die Tour de France 2027 startet nach offizieller Ankündigung am Freitag, 2. Juli 2027 in Edinburgh, durchquert dann England und endet die UK-Etappen am Sonntag in Thomas‘ Heimatstadt Cardiff – Etappe 3 von Welshpool nach Cardiff mit dem Schlussanstieg auf den Caerphilly Mountain. „Bonkers“ habe Thomas das in einem Interview genannt, „I can’t get my head around it“. Wer das Wales-Kapitel in Radsportberge liest – Rhigos, The Tumble, Cat and Fiddle, das ganze Maindy-Flyers-Erbe –, kann sich ungefähr ausmalen, was ein Tour-Etappenfinish in dieser Stadt bedeuten würde. Das Buch ist damit, sollte die Planung halten, auch eine kleine Vorbereitung darauf.

Was wir nicht ganz mitmachen.

Zwei Vorbehalte. Erstens: Die Berg-Auswahl ist persönlich, was authentisch ist, aber auch zufällig. Wer eine systematische Übersicht der wichtigsten Radsport-Berge sucht, ist hier falsch – der Ventoux bekommt kein eigenes Kapitel, der Galibier nur ein kurzes, die Pässe der Vuelta fehlen weitgehend. Zweitens: Der Verzicht auf Fotografien ist eine sonderbare Entscheidung für ein Buch über Berge. 244 Seiten Beschreibung kann eine einzige gute Aufnahme manchmal nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Bruce Doschers Illustrationen sind nett, aber kein Fotoersatz. Wer die Anstiege nicht selbst kennt, hat manchmal Mühe, sich ein Bild zu machen.


Fazit: Pub Stories im besten Sinne

Was bleibt nach 256 Seiten Radsportberge? Die Einsicht, dass ein Tour-Sieger über seine Berge nicht anders schreibt als ein guter Klubkollege nach einer langen Ausfahrt: mit Anekdoten, Selbstironie, ehrlicher Müdigkeit. Thomas pflegt keine Mystik, predigt keine Disziplin, verkauft keine Coaching-Methode. Er erzählt, wie das war – und macht damit klar, dass die Berge ihren Wert nicht aus der Vermittlung beziehen, sondern aus dem Erleben. Wer Lust hat, einen davon zu fahren, kann das tun. Das ist der eigentliche Reichtum dieses Sports.

Für die Berliner Distanzfahrer-Kultur hat Thomas einen besonderen Charme: Er erinnert daran, dass Brandenburg topografisch nicht ganz mit den Pyrenäen mithalten kann. Der höchste „Berg“ Brandenburgs ist der Kutschenberg an der sächsischen Landesgrenze mit 201 Metern; Berlins höchste natürliche Erhebung, der Große Müggelberg, kommt auf 114,7 Meter. Der Tourmalet hat 2.115. Das ist eine gewisse Differenz. Wer hier zwischen Werder und Storkow ein Grevet fährt, übt sich weniger im Bezwingen der Schwerkraft als im Aushalten des Gegenwinds, der über die Kartoffelfelder bei Beelitz nichts zwischen sich und der Nordsee findet. Anders gesagt: Wir kompensieren fehlende Höhenmeter durch flächendeckende Demütigung.

Trotzdem – oder gerade deshalb – ist Thomas lehrreich. Erstens, weil er zeigt, dass Profi-Wissen auch jenseits der hohen Berge funktioniert: Atemkontrolle, Pulkpositionierung, Tempodisziplin sind in Brandenburg ähnlich relevant wie am Mortirolo, nur eben horizontal. Zweitens, weil er ohne Mythologie auskommt. Wer auf der Schorfheide-Schleife am Limit ist, braucht keine Begriffsarbeit, sondern den nächsten Riegel. Thomas führt das vor: „a road that makes no sense“ gilt für Mortirolo wie für die B96 bei Gegenwind. Brennende Beine bleiben brennende Beine, egal auf welchem Breitengrad.

Thomas predigt nicht. Er erzählt. Genau das macht das Buch zum besseren Begleiter als jedes Gravel-Lifestyle-Manifest.

Kaufen, wenn: Du Profi-Geschichten aus erster Hand schätzt, britischen Trockenhumor magst und wissen willst, wie sich Mortirolo, Stelvio oder Sa Calobra für einen Profi anfühlen. Hervorragendes Wartezimmer-Buch, gutes Geschenk für radfahrende Eltern, Geschwister, Kollegen.
Nicht kaufen, wenn: Du eine systematische Berg-Enzyklopädie suchst (dann eher zu William Fotheringham oder Daniel Friebes Mountain Higher-Reihe greifen). Auch nicht, wenn du eine analytische Soziologie der Tour suchst – das macht Maso besser. Oder wenn du wirklich gute Fotos zu den Anstiegen willst – da ist das Buch karg.

Häufige Fragen zu Geraint Thomas und Radsportberge

Wer ist Geraint Thomas?

Walisischer Radprofi, geboren 25. Mai 1986 in Cardiff. Tour-de-France-Sieger 2018 (erster Waliser), zweimal Olympia-Gold im Bahnrad (2008 und 2012, Mannschaftsverfolgung), zweimal Tour-Podium (zweiter 2019), zweimal Giro-Podium (zweiter 2023, dritter 2024). Karriere-Ende Oktober 2025 nach 19 Profi-Jahren bei Team Sky / INEOS Grenadiers. Seit November 2025 Director of Racing bei INEOS Grenadiers.

Welches Buch der „According to G“-Reihe ist Radsportberge?

Das dritte. Vorgänger: The World of Cycling According to G (2015, deutsche Übersetzung als Die Welt des Radsports nach G) und The Tour According to G (2018, deutsche Übersetzung als Die Tour nach G). Alle drei mit Co-Autor Tom Fordyce verfasst. Eine vierte Folge ist bisher nicht erschienen.

Wie viele Berge werden behandelt?

Genau 25 – aus Wales, Belgien, Niederlande, Mallorca, Portugal, Australien, Teneriffa, Österreich, Italien, Monaco, USA und Frankreich. Aus Frankreich sind die Tour-Klassiker Alpe d’Huez, Tourmalet, Galibier, Col du Portet und Planche des Belles Filles vertreten. Aus Italien Mortirolo, Stelvio und Cipressa & Poggio (San-Remo-Final). Aus Belgien die Klassiker-Hellingen Oude Kwaremont und Koppenberg. Kein eigenes Kapitel bekommen unter anderem Mont Ventoux, viele Vuelta-Klassiker, die meisten Schweizer Pässe.

Wer ist Tom Fordyce?

Britischer Sportjournalist, BBC-Veteran. Hat alle drei Bücher der „According to G“-Reihe als Co-Autor mitgeschrieben. Sein Verdienst: Er hat eine Schreibstimme gefunden, die wie Thomas selbst klingt – walisisch-trocken, mit britischem Unterstatement.

Ist das Buch noch aktuell nach Thomas‘ Karriere-Ende 2025?

Ja – mit Einschränkung. Die Berg-Beschreibungen veralten nicht; die Anstiege bleiben gleich. Was fehlt, sind die späten Karriere-Jahre 2021–2025, das Giro-Podium 2023/24, das Karriere-Ende selbst. Wer Thomas‘ späte Karriere lesen will, muss anderswo suchen (Podcast Watts Occurring mit Luke Rowe etwa). Als persönliches Berg-Buch ist Radsportberge aber eine der zugänglichsten Adressen im Genre.

Wo bekommt man das Buch in Deutschland?

Direkt beim Covadonga Verlag oder im stationären und Online-Buchhandel. Taschenbuch, 256 Seiten, ISBN 978-3-95726-060-4, 16,80 €. E-Book 9,99 € (ISBN 978-3-95726-063-5). Die deutsche Ausgabe enthält Bruce Doschers Illustrationen, die im englischen Original nicht enthalten waren.


Über den Autor

Geraint Thomas, geboren 25. Mai 1986 in Cardiff, gilt als einer der profiliertesten britischen Radprofis seiner Generation. Aufgewachsen im walisischen Junioren-Klub Maindy Flyers (durch den unter anderem auch Mark Cavendish und Owain Doull gegangen sind), früh Bahn- und Straßenrad parallel verfolgt. Erste Profi-Saison 2007 bei Barloworld, ab 2010 dann fast die gesamte Karriere bei Team Sky (später INEOS Grenadiers). Zweimal Olympia-Gold in der Mannschaftsverfolgung (Peking 2008, London 2012), Commonwealth-Champion 2014 im Einzelzeitfahren, Paris-Nice-Sieger 2016.

Sein größter Erfolg: Tour-de-France-Sieg 2018 – als erster Waliser überhaupt. Tour-Zweiter 2019, Tour-Dritter 2022, zweimal Giro-Podium (zweiter 2023, dritter 2024). Im Oktober 2025 Karriere-Ende beim Tour of Britain in Cardiff. Seit November 2025 Director of Racing bei INEOS Grenadiers, in einer neu geschaffenen Management-Rolle unter Sir Dave Brailsford.

Neben der Karriere drei Bücher mit Co-Autor Tom Fordyce, alle bei Quercus / Covadonga: The World of Cycling According to G (2015), The Tour According to G (2018), Mountains According to G / Radsportberge (2020). Daneben gemeinsamer Podcast Watts Occurring mit dem walisischen Teamkollegen Luke Rowe – ein wichtiger Bestandteil seines öffentlichen Auftritts in den letzten Karriere-Jahren.

Bibliografische Notiz

Geraint Thomas (mit Tom Fordyce): Radsportberge (und wie ich sie sah)
Aus dem Englischen von Olaf Bentkämper
Illustrationen: Bruce Doscher
Taschenbuch, 256 Seiten, Format 15 × 22,7 cm
ISBN 978-3-95726-060-4 (Print), 978-3-95726-063-5 (E-Book)
Covadonga Verlag, Bielefeld 2021
Originalausgabe: Mountains According to G, Quercus / Hachette, London 2020
Preis: 16,80 € (Taschenbuch), 9,99 € (E-Book)

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