Wie wir Events fahren

CXBerlin gibt es seit 2006. Das hier ist nicht aus einem Nachhaltigkeitsworkshop hervorgegangen, sondern aus zwanzig Jahren Versuch und Irrtum – meistens Irrtum. Was übrig blieb, steht unten. Damit klar ist, worauf ihr euch einlasst, wenn ihr mit uns fahrt. Und damit klar ist, was es bei uns nicht gibt.

Anreise

Unsere Startpunkte liegen bahnhofsnah. Nicht aus ideologischen Gründen, sondern weil niemand von uns Lust hat, vor dem Ride eine Stunde Parkplatzsuche zu betreiben. Streckenerkundung läuft mit Rad und RE. Wer trotzdem mit dem Auto kommt, kommt mit dem Auto – das ist nicht unsere Baustelle. Was wir nicht machen: ein Event so groß bewerben, dass es sich nur per Flieger erreichen lässt. Brandenburg ist nah genug.

Vor Ort

Lasten gehen aufs Cargobike. Bei größeren Events steht im Hintergrund auch mal ein Sprinter – wir sind nicht religiös, wir sind nur sparsam. Was es bei uns nicht gibt: Quads im Wald, Begleitkonvois, Versorgungs-SUVs am Verpflegungsposten. Niemand muss mit einem 2,5-Tonnen-Pickup zwei Kisten Wasser transportieren. Das ist kein Statement, das ist Lastenverteilung.

Essen

Vegetarisch und vegan als Standard. Nicht weil wir euch erziehen wollen – ihr esst, was ihr wollt –, sondern weil das die Mengenplanung einfacher macht, weniger Kühlkette braucht und überraschend gut schmeckt, wenn der Caterer regional kocht statt routiniert grillt. Mehrweg statt Einweg. Wir bestellen knapp und stocken nach, statt am Ende drei Bleche Lasagne in die Tonne zu kippen. Reste finden Abnehmer – das ist nach acht Stunden Ride keine Kunst.

Material

Kein Absperrband, keine Schilderwüste, keine Rauchbomben. Strecke gibt’s als GPX. Wir trauen euch zu, dass ihr ein Smartphone bedienen könnt – wer hier mitfährt, hat es vermutlich vorher schon mal getestet. Rauchbomben sind außerdem in trockenen Sommern eine schlechte Idee, und Instagram lebt auch ohne sie weiter.

Geld

Wir arbeiten mit lokalen Caterern, lokalen Werkstätten, lokalen Bäckereien. Das ist weniger Programm als Schwerkraft: Wir fahren in Brandenburg, also kaufen wir in Brandenburg. „Sponsored by Autohaus“ werdet ihr bei uns nicht finden. Wer das Gegenteil dessen verkauft, wofür wir fahren, ist kein guter Sponsor – auch nicht, wenn er gutes Geld bietet. Falls wir je weich werden: Schickt uns einen Link auf diesen Absatz.

Rücksicht

Der Wald gehört nicht uns. Wandernde, Reitende, Hundebesitzende und der Forst sind dort länger zu Hause als wir. Wir grüßen, wir bremsen, wir räumen auf. Wer Verpackung wegwirft, fährt nicht zweimal mit – das regelt sich meistens von selbst, weil dreißig Mitfahrende durchaus hingucken.

Server

Hosting in Deutschland, Strom aus Wasserkraft, keine nicht-essenziellen Cookies. Der Routenplaner unter routing.cxberlin.net ist Open Source und kostenlos. Wir wissen weniger über euch als die meisten Wetter-Apps. Das ist Absicht.

Was wir damit nicht meinen

Nichts davon ist ein Nachhaltigkeitskonzept. Konzepte sind PDFs, die niemand liest. Das hier sind Regeln, die wir uns selbst geben, weil sie zu der Art passen, wie wir fahren wollen – nicht, um auf einer ESG-Skala besser auszusehen.

Falls jemand erwartet, dass wir uns am Ende für irgendetwas auf die Schulter klopfen: Wir kommen erst morgen früh dazu, das Bier ist noch nicht alle.