Das Freiheitsversprechen der Moderne lag ursprünglich beim Fahrrad. Zum ersten Mal konnte sich ein Mensch unabhängig von Fahrplan, Klasse und fremder Energie durch den Raum bewegen. Das Auto hat dieses Versprechen nicht erfunden. Es hat es übernommen — nachdem das Fahrrad aus dem Straßenraum verdrängt worden war. Das Berliner Recht auf die Fahrbahn dauerte 26 Jahre: erkämpft 1908, gelöscht 1934, in seiner autoritären Grundlogik nie demokratisch neu entschieden. Das Volksbegehren autofrei ist der Versuch, diesen Normalzustand zu beenden. Es läuft bis zum 8. Mai. Es braucht 174.000 Unterschriften.
Zwei Gruppen. Eine Pause. Dasselbe Cargobike auf halber Strecke.
Die schnelle Gruppe fährt Tempo, die andere fährt Samstag. Irgendwo dazwischen steht ein Cargogravelbike am Wegesrand, darauf eine Küchenbox, darin ein Gaskocher. Das Wasser ist schon heiß.
Heute gibt es zum ersten Mal beim Schmutzigen Wochenende Mate — traditionell aufgebrüht, in echten Calabazas, für alle die ankommen. Kein Sirup, kein Dosengetränk. Mate so wie er gedacht war: heiß, bitter, geteilt. Wer ihn kennt, weiß was ihn erwartet. Wer nicht, trinkt einfach und entscheidet selbst.