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Potsdam — Obst- und Windfelder

Eine Wochenend-Gravelrunde durchs Potsdamer Hinterland. 106 Kilometer ab Hauptbahnhof, einmal um die Havelseen herum, durch Werder, Groß Kreuz, das Marquardter Seeland und die Windkraftfelder bei Wustermark. Die längste der CXB Permanenten — und die mit der höchsten POI-Dichte.


Eckdaten


Wochenendtour

Startort
Potsdam Hauptbahnhof

Distanz 106 km

Anstieg
ca. 400 Hm

Geländeanteil
ca. 85%

Schwierigkeit
4/10

Streckenbeschreibung

Die Potsdamer Permanente ist die längste der vier CXB Permanenten und realistisch nur als Tagestour am Wochenende zu fahren. Der Telegrafenberg bei km 1,4 ist der einzige nennenswerte Einzelanstieg — der Rest der Höhenmeter verteilt sich auf zahlreiche kleine Wellen über die ganze Runde, besonders im Werderaner Obstland und auf dem Rückweg über Bornim und Sanssouci.

Die Runde fährt im Uhrzeigersinn — erst Süden, dann West, dann Nord, dann zurück über Sanssouci. Der Bogen umrundet einen guten Teil des Potsdamer Havelsystems, mit zwei größeren Schleifen durchs Werderaner Obstland und durchs Marquardter Seeland.

Vom Hauptbahnhof geht es zunächst kurz und steil auf den Telegrafenberg (km 1,4). Auf dem Plateau steht der Einsteinturm, ein expressionistischer Bau Erich Mendelsohns aus 1924, ursprünglich als Sonnenobservatorium für den experimentellen Nachweis der Allgemeinen Relativitätstheorie errichtet. Im Track als POI gesetzt. Anschließend Abfahrt Richtung Caputh und durch den Wald nach Ferch (km 13–16). Tankstelle, Imbiss und ein Restaurant sind alle im Track verzeichnet — wer früh gestartet ist, sollte hier auffüllen, denn zwischen Ferch und Werder gibt es kein Angebot.

Über Caputh-Süd geht es dann nach Werder (km 23) — der Obstgarten Brandenburgs. Zwischen Werder, Derwitz und Groß Kreuz reiht sich Selbstpflückhof an Selbstpflückhof; die Saison beginnt im Juni mit Süßkirschen, dann Mirabellen, Renekloden, ab August Äpfel und Pfirsiche. Wer mit leerem Rucksack startet, fährt mit gefülltem zurück. Versorgung außerhalb der Pflücksaison: Tankstelle Werder (km 24), Tankstelle Derwitz (km 33), Norma und Bäcker in Groß Kreuz (km 34–35). Alles im Track gesetzt.

Erntezeit

Die Selbstpflückhöfe rund um Werder sind nicht ganzjährig geöffnet. Süßkirschen ab Mitte Juni, Sauerkirschen Anfang Juli, Mirabellen und Renekloden im August, Äpfel ab September. Wer im Frühjahr oder Winter fährt, sieht die Plantagen leer — die Strecke ist trotzdem schön, aber der Obstgarten ist dann nur Kulisse. Aktuelle Pflücktermine listen die Höfe selbst, oft auf eigenen Websites oder über die Tourist-Information Werder.

Hinter Groß Kreuz dreht die Route nach Norden, kreuzt die Bahnstrecke, geht zurück Richtung Werder (Insel-Umrundung Westseite, km 43–46) und steuert dann den Zernsee an. Die Schotterwege am Westufer ziehen sich kontinuierlich nordwärts bis zum Schlanitzsee bei Marquardt (km 55). Restaurant Marquardt liegt direkt an der Strecke (km 57, im Track gesetzt) und ist die einzige verlässliche Mittagspausen-Option im nördlichen Drittel.

Panzerplatten

Im nördlichen Streckenteil zwischen Marquardt und Wustermark gibt es Abschnitte mit Panzerplatten — DDR-Militärplatten aus Beton mit großen Längsfugen. Bei Nässe rutschig, bei höherem Tempo unangenehm bis gefährlich, wenn das Vorderrad in eine Fuge einläuft. Reduziert fahren, Vorderrad leicht anheben oder neben den Platten auf dem Randstreifen ausweichen.

Zwischen km 65 und km 80 liegt der nördlichste Bogen der Runde — zwischen Paaren und Wustermark (km 76). Hier wird das Land offen, die Sicht weitet sich, und die Windkraftfelder dominieren die Szenerie. Die Wege sind weitläufig, der Untergrund ist meist fester Feldweg. Bei Westwind ein zäher Abschnitt — bei Ostwind eine Beschleunigungsspur. Tanke Ketzin bei km 82 ist die letzte Versorgung vor dem Rückweg.

Der Rückweg führt über Satzkorn (km 91) und Bornim (km 96) zurück nach Potsdam. Bei km 100 wird der Park Sanssouci gestreift — wer Lust hat, kann hier eine kurze Schleife durch die Hauptachsen einlegen, der Track umfährt den Park aber im Norden. In der Brandenburger Vorstadt (km 102) finden sich gleich vier Versorgungspunkte als POI im Track: Rewe, Bäcker, Pizza und Imbiss Asia — alle nah beieinander. Die letzten 3 Kilometer zurück zum Hauptbahnhof sind Stadtverkehr.

Weiterlesen: Wie POIs als Versorgungsinfrastruktur einer Route funktionieren — und warum die meisten Plattformen sie strukturell vernachlässigen — beschreibt Der stille Lotse: Navigation ist mehr als ein Track. Wer Routen aus dem Netz lädt, sollte sie lesen können, bevor man sie fährt: Nimm dir eine Machete, wir fahr'n nach Brandenburg. Anreise per RE oder Regionalbahn nach Potsdam und Rückfahrt von unterwegs: VBB-Fahrradkarte und Deutschlandticket.

Startpunkt

Potsdam Hauptbahnhof, erreichbar per S-Bahn S7 ab Berlin (ca. 35–45 Minuten ab Friedrichstraße/Hauptbahnhof) oder per Regionalbahn (RE1, RE7, RB22). Wer aus Berlin anreist und die Westgalerie kennt, kann auch in Wannsee starten und den Anfahrtsweg nach Potsdam selbst fahren — dann verlängert sich die Tour um ca. 12 km.

© OpenStreetMap und Mitwirkende

Radempfehlung

Setup

Gravelbike — die Route ist vollständig auf Gravelbike gescoutet und ausgelegt. Empfohlen: 38–45 mm Reifenbreite mit leichtem Profil. Schmalere Reifen sind möglich, sind aber auf den Panzerplatten und sandigen Abschnitten nördlich von Marquardt unkomfortabel. Kein MTB nötig. Höhenmeter sind moderat, eine 1×11-Übersetzung mit 38–42 vorne und 11–34 hinten reicht — der Telegrafenberg-Anstieg ist kurz, aber knackig.

Beste Jahreszeit

Späte Frühjahr bis Herbst. Die Pflückzeit der Werderaner Obsthöfe (Juni–September) ist der attraktivste Zeitraum — wer die Höfe als Versorgungspunkte mitnehmen will, sollte in dieser Saison fahren. Im Sommer Hinweis: die offenen Felder zwischen Wustermark und Ketzin sind schattenfrei, an heißen Tagen früh starten.

Aufgezeichnet

2022 · Letzter Streckencheck Frühjahr 2026. Route wird regelmäßig gefahren und ist aktuell.

POIs im Track

17 verifizierte Wegpunkte, dichteste POI-Abdeckung aller CXB Permanenten. Tankstellen: Ferch (km 13), Werder (km 24), Derwitz (km 33), Werder Bahnhof (km 44), Ketzin (km 82). Imbiss/Restaurant: Ferch (km 16, 18), Werder (km 23), Marquardt (km 57). Lebensmittel: Norma Groß Kreuz (km 34), Bäcker Groß Kreuz (km 35), Supermarkt Werder (km 44). Plus Rewe, Bäcker, Pizza, Imbiss Asia in Potsdam-Stadt (km 101–102) und der Einsteinturm als Highlight (km 1,4).

Routendownload

Download Strecke

Nutzungsbedingungen

Lade die GPX-Datei direkt auf dein Navigationsgerät — ohne Umwege über Portale, die die Streckenführung verändern können. Anleitung zur direkten Übertragung.

Die Nutzung erfolgt eigenverantwortlich. Der Track ist ein Routenvorschlag — keine Zusicherung, dass alle Wege jederzeit befahrbar oder rechtlich nutzbar sind. Bitte StVO beachten und Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer nehmen, insbesondere im Park Sanssouci und auf den Werderaner Pflückwegen während der Erntezeit. Ein Wiederupload auf anderen Plattformen oder kommerzielle Nutzung ist nicht gestattet.

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