Wir fahren über Boden, der sich vollsaugt. Weiter südöstlich geht etwas zu Ende.
![]() Do, 12.11.26 18:30 | ![]() Rummelsburger Bucht |
![]() Distanz ca. 42 / 48 km je nach Gruppe | ![]() Anstieg ca. 110 hm |
![]() Geländeanteil ca. 70 % | ![]() Schwierigkeit 4 / 10 |
Anmeldung
Drei Tempogruppen wie immer. November heißt enger zusammen fahren: nasses Laub, feuchte Wurzeln, der eine oder andere Pfützenschlund. Platz sichern:
Helm, Flickzeug, Handschuhe die auch nass funktionieren, Mütze unter dem Helm oder Buff, Riegel, warmer Tee. Wechseltrikot für danach spart Erkältung. Alle fahren auf eigene Verantwortung.
Was wir unter uns fahren
Grundwasser ist das Wasser, das versickert, nachdem oben alles durch ist — nachdem der Regen Blätter, Oberboden und die Fahrradreifen passiert hat. Im November steht es hoch. Lokal eine Routine: der Boden saugt sich voll, Pfützen bleiben länger, am Rückweg ist der Schlamm anders dick als auf der Hinfahrt.
Zwei Stunden Fahrzeit südöstlich, in der Lausitz, ist das Grundwasser kein Hintergrund-Thema. Dort war es Infrastruktur. Jahrzehntelang haben die Braunkohletagebaue das Grundwasser weggqumpt — Sümpfungswasser, damit die Bagger auf trockenem Grund stehen konnten. Dieses Pumpwasser lief in die Spree. In Trockenjahren bis zu drei Vierteln ihres Zuflusses.
Berlin trinkt Spreewasser, über Uferfiltrat aus Wasserwerken wie Friedrichshagen. Berlin trinkt, hydrologisch gesehen, Lausitz. Seit vier Generationen. Ohne es laut auszusprechen.



Jetzt gehen die Pumpen aus. Mit dem Tagebauende steigt das Grundwasser dort zurück in die alten Betten. Für die Spree heißt das: weniger Zufluss. Für Berlin heißt das: der Sommer 2026 war kein Ausreißer, sondern ein Vorbote. Köpenicker Pegel historisch niedrig, Niedrigwasser schon im Juli, Diskussionen um was eigentlich.
Dazu kommt die Verockerung: in den geöffneten Grubenwässern löst sich Eisen, kommt an die Oberfläche und flockt als Eisenhydroxid aus. Rostrote Spree-Abschnitte in der südlichen Lausitz, seit Jahren dokumentiert, zunehmend auch nördlich.
Wir fahren heute über Berliner Boden, der sich im November wie jedes Jahr vollsaugt. Routine. Zugleich das Ende einer hydrologischen Formation, die die Stadt getragen hat. Es gibt wenige Momente im Jahr, an denen beides so nah beieinanderliegt wie an einem nassen Novemberabend.
Die Strecke
Ähnliches Format wie letzte Woche: befestigte Waldwege, keine schwierigen Übergänge, nichts was im Nassen zur Falle wird. Zwei Punkte unterscheiden sich: der Boden steht teils unter Wasser, und die Blätter sind inzwischen gefallen und matschig.
Was in trockenen Monaten als festes Band durch den Wald lief, ist heute an Stellen eine braune Pfütze von Ufer zu Ufer. Wir fahren durch, nicht drum herum — Umfahrungen führen zu zerfahrenen Rändern. Spritzschutz am Hinterrad schützt die hinter dir fahrende Person davor, Berliner Grundwasser und Lausitzer Hintergrund direkt ins Gesicht zu bekommen.
Drei Gruppen wie immer. Gruppen bleiben enger zusammen, Regroup an jeder größeren Abzweigung. Zurück sind wir gegen halb zehn an der Bucht.
Treffpunkt — Rummelsburger Bucht
Nordufer der Rummelsburger Bucht, auf Höhe des Kajak-Verleihs. Donnerstag, 12.11.2026, 18:30 Uhr. Start und Ziel an derselben Stelle — am Wasser, mit warmem Getränk im Anschluss.







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